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Giftige Asche: Spielplatz in Schwerte-Ost bleibt gesperrt

Spielplatz Gehrenbach-Stausee

Im August zog die Stadt einen Zaun um Spielgeräte und Wiese am Gehrenbach-Stausee. Grund dafür ist eine giftige Asche, die man in den 60er-Jahren als günstigen Untergrund einbaute. Bis hier wieder Kinder spielen können, wird es wohl lange dauern.

SCHWERTE-OST

, 01.03.2018
Giftige Asche: Spielplatz in Schwerte-Ost bleibt gesperrt

Der Spielplatz in Schwerte-Ost an der Lichtendorfer Straße muss wegen Dioxingefahr saniert werden. Aber zuerst müssen Gelder dafür freigegeben werden. Bernd Droll (3.v.l.) hatte zu einem Ortstermin mit Stadtarchitekt Marco Tröger (r.) eingeladen. © Bernd Paulitschke

Bei den derzeitigen Temperaturen zieht es ohnehin niemanden auf den Spielplatz am Gehrenbach-Stausee. Lediglich eine kleine Gruppe Erwachsener stand am Dienstag vor dem Zaun, der das Areal seit August absperrt. Damals wurde der beliebte Spielplatz kurzfristig gesperrt, weil man in Bodenproben giftiges Dioxin gefunden hatte. Ein Relikt aus der Vergangenheit.

Denn der Spielplatz war einst mit einem Belag aus Kieselrot versehen worden. Ein Material, das Ende der 80er-Jahre in Verruf geriet, weil es giftige Dioxin-Rückstände enthielt. 1992 wurde der Spielplatz saniert. „Nach den Auflagen und Bestimmungen, die es damals gab“, erläutert der städtische Architekt Marco Tröger der Erwachsenengruppe vor dem Zaun. Und dazu gehörte, dass man die rote Asche mit 30 Zentimeter Boden abdeckte. Eine Sanierungsmaßnahme, von der man heute weiß, dass sie nicht ausreicht.

Spielplatz bleibt gesperrt

Die Gruppe am Zaun besteht aus Sozialdemokraten, einem CDU-Ratsvertreter, Andreas Pap vom Jugendamt und dem Architekten Marco Tröger. Der örtliche Ratsherr Bernd Droll hatte sie eingeladen. „Auf dem Weg von hier nach Hause werde ich normalerweise dreimal darauf angesprochen, wie lange der Zaun noch hier steht“, so Droll. Die Antwort der beiden Fachleute wird ihm wenig gefallen haben. Denn der Spielplatz bleibt auf absehbare Zeit gesperrt.

Zum einen wartet die Stadt darauf, dass sie Fördermittel vom Land für die Sanierung bekommt. Denn die wird reichlich teuer. Zusammen mit dem Spielplatz am Lindenweg, der ebenfalls durch Kieselrot belastet ist, schätzt Pap die Kosten auf eine Million Euro. „Da wäre es fahrlässig, keine Fördermittel zu nutzen“, so Tröger. Doch wer Fördergeld will, muss sich an die Vorgaben der Geber halten.

Belastete Asche muss ausgebaut werden

Und das Land hat strenge Vorgaben. Die belastete Asche muss komplett ausgebaut werden. Außerdem haben Gutachter des Kreises den Platz noch aus anderen Gründen als Altlastenverdachtsfläche eingestuft. „Früher wurde das als Kippe für Bauschutt genutzt“, erinnert sich Herbert Isenberg, der schon ewig in Schwerte-Ost lebt. Ob das Material dort wirklich gefährlich ist, weiß allerdings niemand.

Bis die Fördermittel bewilligt sind, kann die Stadt nichts tun. Der Bauzaun um das Gelände wurde jedenfalls vorsichtshalber für 6000 Euro gekauft und nicht gemietet.

„Wenn der Spielplatz aber dann saniert ist, wird er auch tipptop hergerichtet“, verspricht Pap. Dazu gehöre mindestens eine Attraktion.

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