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Gitarrensymposium in Haus Villigst ist internationale Spitze

SCHWERTE Die Finger von Chris Ruebens flitzen über das Griffbrett seiner Konzertgitarre. Neben dem Belgier sitzen gut 30 weitere Gitarristen im hellen Tagungsraum von Haus Villigst - das „17. Gitarrensymposium Iserlohn“ bringt Saitenkünstler aus der ganzen Welt zusammen.

von Von Felix Guth

, 04.08.2008
Gitarrensymposium in Haus Villigst ist internationale Spitze

Jeder spricht eine andere Sprache - doch im Ensemble verbindet das, was auf dem Notenblatt steht.

Ruebens ist im dritten Jahr nacheinander in Schwerte. „Es ist immer gut, andere Sichtweisen auf die Musik kennenzulernen“, sagt der Musiklehrer aus Brügge auf Englisch.

Die internationale Begegnung ist ein Grundprinzip des Gitarrensymposiums. Vor allem aber wird hier klassische Konzertgitarre auf allerhöchstem Niveau gelehrt. „Stop, please“, ruft der kanadische Dozent Dale Kavanagh dem 60-händigen Ensemble vor ihm zu. Ein Ton stimmt noch nicht, die „Gitarre 2“ hat geschlafen.

„Das ist hier kein Picknick“, meint Kavanagh streng. Schließlich muss bis Samstag ein Stück stehen, dass gemeinsam mit einem Chor in der Iserlohner Stadtkirche den Abschluss des Symposiums bildet. Und ein Spitzenmann wie Kavanagh hat seine Ansprüche. Also das Ganze noch einmal. Diemal klappt‘s. Die verschiedenen Stimmen fügen sich zu einer kleinen Sinfonie zusammen, die dramatisch und träumerisch zugleich ist.

Rasta-Locken treffen auf Halbglatzen, schüchterne japanische Mädchen sitzen neben deutschen Männern mit lauter und schallender Lache, jeder spricht eine andere Sprache - doch im Ensemble verbindet das, was auf dem Notenblatt steht. Über dem gesamtem Haus Villigst liegt eine konzentrierte Arbeitsatmosphäre. Zwei deutsche Studentinnen stehen vor dem dicht bedruckten Kursplan und schauen, wo sie hin müssen.

Einige Meter weiter greift ein junger Spanier zu einem handgemachten Instrument - ein Raum ist für Gitarrenbaumeister reserviert, die hier ihre Einzelstücke verkaufen. Es geht die Treppe hinauf, gerade verschwindet ein Gitarrenschüler hinter einer Tür mit der Aufschrift „Massage“. Er tankt Kraft für den nächsten anstrengenden Meisterkurs. „Hier werden alle Arten der klassischen Gitarrenmusik gelehrt, von Barock bis Moderne“, erklärt Thomas Kirchhof, Organisator des Symposiums, das als ein Mix aus Unterricht und Konzerten funktioniert.  

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