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Hindu-Gemeinde Schwerte legt drei Grundsteine für ihren Tempel

Hindu-Tempel

Bei einer feierlichen Zeremonie wurden die Grundstein für den Hindutempel am Beckenkamp gelegt. In direkter Nachbarschaft zur Ditib-Moschee ist er ein Symbol für die Integration.

Schwerte

, 12.08.2018
Hindu-Gemeinde Schwerte legt drei Grundsteine für ihren Tempel

Der Hindu-Priester segnet den ersten Grundstein, den Bürgermeister Dimitrios Axourgos in der Baugrube des Tempels gelegt hat.Schmitz © Reinhard Schmitz

Glöckchen klingelten, der Duft von Räucherstäbchen zog über den ehemaligen Parkplatz des Hoesch-Ziehwerks am Beckenkamp. Auf einem blauen Teppich lagen drei Hohlblockziegel bereit, geschmückt mit Muscheln: Die Grundsteine, auf denen der prächtige Tempel der Hindu-Gemeinde entstehen soll, wurden am Sonntag bei einer feierlichen Zeremonie gelegt.

Drei kleine Baugruben waren für den Festakt ausgehoben worden: an der Stelle zur Beckestraße, wo sich der elf Meter hohe Eingangsturm erheben wird und an dem Platz für den hinteren Eckpfeiler des Schreins. Nummer drei, ein ganzes Stück weiter hin zum Beckenkamp, markierte das künftige Gemeindehaus. Es wird als unabhängiges Bauwerk auf einer Grundfläche von 28 mal 20 Metern errichtet und damit erheblich größer als der Tempel selbst.

Seit Jahrzehnten gehegter Wunsch geht in Erfüllung

„Das ist ein bedeutungsvolles Ereignis: Ein seit Jahrzehnten bestehender Wunsch geht in Erfüllung“, sagte Angelika Gobinaath, die Ehefrau des Gemeinde-Vorsitzenden. Möglich geworden sei alles nur durch Altbürgermeister Böckelühr, dem sie genauso dankte wie seinem Nachfolger Dimitrios Axourgos. Der habe seinen Urlaub verkürzt, um teilnehmen zu können.

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Beide wurden mit bunten Kopftüchern geschmückt, bevor sie jeweils einen Grundstein in sein vorbereitetes Mörtelbett legen durften. Die Ehre des dritten Steins gebührte Sparkassenvorstand Ulrich Bartscher, der bei der Suche nach dem Baugrundstück geholfen hatte. Das habe er dem damaligen Bürgermeister Böckelühr und dem Rat versprochen gehabt. Denn ansonsten hätte die Stadt seiner Sparkasse nicht das frühere Lyzeums-Gelände an der Ostenstraße verkauft, auf das die Hindu-Gemeinde ebenfalls ein Auge geworfen hatte. Es wäre allerdings zu klein gewesen, um auch ein Gemeindezentrum zu bauen.

Heilige Kuh aus Hagen geholt

„Sie sind äußerst angenehme Gesprächspartner“, lobte Bartscher die Vertreter der Hindu-Gemeinde. Der langgediente Bänker erlebt bei dem Projekt etwas Neues: In der Finanzierung eines Tempelbaus sei die Sparkasse „etwas ungeübt“, sagte er mit einem Augenzwinkern.

Neuland betrat auch Kuh Ebby. Die Schwarzbunte vom Hof Hüsecken in Hagen-Tiefendorf musste eine wichtige rituelle Aufgabe übernehmen. Weil Kühe den Hindus heilig sind, wurde sie in jede der drei Baugruben geführt – geschmückt mit einem bunten Seidentuch auf dem Rücken. Geduldig übernahm das Milchtier diese Aufgabe. Das Rampenlicht war es gewohnt, da es sich schon auf mehreren Zuchtschauen den bewundernden und prüfenden Blicken gestellt hatte.

Bürgermeister lobt bestens integrierte Gemeinde

Zum Richtfest und zur Einweihung wird Ebby jeweils nochmal nach Schwerte kommen. Und dann einen Tempel sehen, der Vergleiche mit Bauten in Singapur und Indonesien nicht zu scheuen braucht, wie Axourgos aus den Erfahrungen einer Urlaubsreise im Vorjahr berichtete. „Sie sind ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Lebens der Stadt“, lobte er die „bestens integrierte“ Hindu-Gemeinde: „Von uns möchte Sie keiner missen.“

Sein Vorgänger Böckelühr hob die „schöne Fügung“ hervor, dass der Tempel in unmittelbarer Nachbarschaft zur Moschee der Ditib-Moschee entsteht: „Für die Integration der kleinen Schritte in unserer Stadt ist das ein gutes Zeichen und Symbol.“ Ein Vertreter der Gemeinde war, genauso wie Integrationsrats-Vorsitzende Aynur Akdeniz, zum Festakt gekommen.

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