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Hörder Straße: Getrennte Welten

SCHWERTE Die Hörder Straße ist eine Verkehrsader, die durch zwei Vekehrswelten führt: Auf der unteren Hörder Straße wird der Stau schlimmer, während der Verkehr auf der oberen Hörder Straße besser fließt.

von Von Holger Bergmann

, 13.08.2008

Seit der Öffnung des Aplerbecker Tunnels spalten sich die Anwohner der Hörder Straße in zwei Gruppen. Diejenigen, die zwischen A1-Anschlussstelle und Dortmund wohnen und denen, die unterhalb der Anschlussstelle leben und arbeiten. „Mein Weg zur Arbeit ist jetzt zehn Minuten kürzer“, freut sich Markus Berg von der Druckerei Rühmer. Er fährt morgens immer von Dortmund zu seinem Arbeitsplatz in Schwerte. „Erst am Freischütz, da beginnt der Stau.“ „Das Geschirr klappert im Schrank, man kann tagsüber das Fenster nicht aufmachen“, klagt Mischa Hallermayer. „Ein LKW am anderen fährt die Hörder Straße rauf.“ So gegensätzlich sind die ersten Erfahrungen nach der Tunnelöffnung. Die Qual der Wahl: Erschütterungen oder dicke Luft? Die Anwohner des unteren Teils der Hörder Straße haben demnach die Wahl zwischen den Erschütterungen, wenn der Verkehr fließt, und der dicken Luft, wenn der Verkehr steht. „Ab 16 Uhr geht hier gar nichts mehr“, berichtet eine Mitarbeiterin der Shell-Tankstelle. Sie kann schlecht einschätzen, in welcher Größenordung sich der Verkehr gesteigert hat, doch eines hat sie beobachtet: „Der Stau löst sich langsamer auf als früher.“ Weder die Stadt Schwerte noch noch der Landesbetrieb Straßenbau haben bislang Verkehrs-Zahlen erhoben, doch im April schätzte Verkehrsplaner Andreas Meißner, dass die Hörder Straße rund 8000 Fahrzeuge zusätzlich am Tag schlucken muss. Auch was den Verkehrsfluss angeht, haben die Anwohner jenseits der Autobahn andere Erfahrungen gemacht. Autohaus: "Stau ist schlecht fürs Geschäft" „Der Verkehr fließt schneller ab“, ist die Einschätzung von Christiane Liebeck, wenn sie aus ihrem Büro der Kreisjägerschaft auf die Hörder Straße blickt. „Die Zahl der Autos ist immer noch hoch, aber die Situation ist viel entspannter.“Gar nicht entspannt ist man im Volvo-Autohaus Pütter. „Das ist gar nicht gut fürs Geschäft, wenn die Straße dicht ist“, berichtet Sabine Lenau. „Wenn die Kunden erstmal zehn Minuten im Stau stehen, bevor sie uns erreichen, dann ist die Stimmung im Keller.“

Anwohner sehen schwarz Ein Mitarbeiter des Reifenhändlers Burkhard Fuhrmann GmbH sieht schwarz: „Man kann den Tunnel jetzt schon spüren, und bis jetzt waren ja noch Ferien.“ Auch Oberschichtmeister Ernst Kunert konnte aufgrund der Sommerferien noch keine Erfahrungen seiner Mitglieder vermelden. „Wir werden die Entwicklung der Hörder Straße auf jeden Fall beobachten“, so Kunert.

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