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IGA 2027 soll ohne Schwerte stattfinden

Ratsentscheidung

Der Rat der Stadt Schwerte begrüßt die Internationale Gartenbauausstellung nicht und nimmt daran auch nicht teil. Was das bedeutet? Das ist politisch noch umstritten.

Schwerte

, 26.09.2018
IGA 2027 soll ohne Schwerte stattfinden

Zwischen der Kleingartenanlage Amsel (l.) und dem Gelände des Kanuvereins (r.) wollte die Stadtverwaltung ihre IGA-Projekte ansiedeln. Naturschützer und Nachbarn hatten dagegen schwere Bedenken. © Oskar Neubauer

Der Rat kippte am Mittwochabend nicht nur das umstrittene Projekt Ruhrwiesen, sondern lehnte auch mit knapper Mehrheit eine Beteiligung an der Internationalen Gartenbauausstellung (IGA) 2027 im Ruhrgebiet komplett ab. Umstritten blieb, was dieser Beschluss letztlich bedeutet.

Bereits zuvor hatte die Ratsmehrheit auch den abgespeckten Plan der Verwaltung, in Teilbereichen des Ruhrkorridors kleine Veränderungen vorzunehmen, abgelehnt. Dann ging es um den Beschluss, grundsätzlich Teilnehmer an der IGA zu werden. Dieser Beschluss müsse bereits jetzt gefasst werden, auch wenn man keine konkreten Projekte habe, argumentierte Bürgermeister Dimitrios Axourgos. Denn ohne eine generelle Beteiligung an der IGA, sei es auch privaten Initiativen nicht möglich, mit ihren Ideen an der Ausstellung 2017 teilzunehmen. Außerdem sei man über die Kreisumlage an der Finanzierung ohnehin beteiligt. „Letztlichbezahlen wir dann für Projekte in Kamen und Holzwickede mit“, so Axourgos. Doch damit konnte er nur seine SPD und die Linke überzeugen.

Kleinstadt mit Großprojekt

Grünen-Vertreter Bruno Heinz-Fischer sah das anders. Er habe mit dem Referatsleiter des RVR telefoniert: „Wenn eine Stadt dagegen ist, muss das nicht das bürgerschaftliche Engagement zerschlagen“, so Heinz-Fischer. Und sollte es tatsächlich so sein, dass es kein Geld vom Fördergeber gebe, dann sei er überzeugt, dass man das in Schwerte mit eigenen Sponsoren hinbekomme. Grünen-Sprecherin Andrea Hosang warf die Frage auf: „Was sollen wir als Kleinstadt mit einem Großprojekt.“

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU Bianca Dausend nahm diesen Ball auf: „Wir haben unser Großprojekt, wir machen unsere Stadt sauber und gepflegt.“ Dies sei vordringlich und das würden die Bürger vom Rat erwarten.

Zweifel, ob Geld fließt

Ob es tatsächlich am Ende überhaupt Geld aus den Landestöpfen für Schwerte geben könne, bezweifelte CDU-Fraktionschef Marco Kordt. Er habe aus der CDU-Landtagsfraktion gehört, dass die ohnehin bestehenden Fördertöpfe, an denen Schwerte ja schon mit dem Integrierten Handlungskonzept für die Innenstadt (IHK) beteiligt ist, nicht aufgestockt würden. „Ich gehe davon aus, dass wir da keinen Cent erwarten können.“

Die beiden Ratsmitglieder der WfS waren unterschiedlicher Meinung. Jonas Becker bekannte, er sei zwar landespolitisch gegen die IGA, wolle aber die Chance auf mögliche Projekte nicht im Vorfeld vertun. „Wir müssen uns nur dann klar sein, dass wir nicht unbedingt ein Projekt brauchen.“ Sein Kollege Andreas Czichowski stimmte dagegen, weil er keine Begeisterung innerhalb der Bürgerschaft für die IGA ausmachen könne.

Werbegemeinschaft: Chance nicht vertun

Am Mittwochvormittag hatte die Werbegemeinschaft mit einem Brief an alle Fraktionen appelliert, die IGA sei eine Chance, die man nicht vertun dürfe. „Wir beobachten zunehmend, wie die Stadt in alten Strukturen erstarrt und für Zugereiste und Touristen an Attraktivität verliert. Wenn wir nicht aufpassen, werden wir von den umliegenden Städten Herdecke, Iserlohn und sogar Fröndenberg abgehängt. Schauen sie nur mal nach Hemer, was die Landesgartenschau dort verändert hat. Deshalb appellieren wir an die Politik, die Chance der Stadt Schwerte an der IGA 2027 teilzunehmen, nicht zu verpassen“, so der Vorsitzende Peter Rienhöfer.

Diesem Argument begegnete CDU-Ratsherr Egon Schrezenmaier allerdings mit harscher Kritik an der Schwerter Geschäftswelt. Die Geschäfte in Schwerte bekämen ja noch nicht einmal einheitliche Öffnungszeiten hin, so Schrezenmaier. Das sei ein Problem und nicht die Frage, ob mehr Kunden kommen, wenn man eine Gartenbauausstellung habe. Überhaupt müsse man sich entscheiden, ob Schwerte am alten Bild der Einkaufstadt festhalte, oder eine Wohnstadt sei. Er plädiere da für eine Wohnstadt.

Mit 20 zu 18 Stimmen wurde die Beschlussvorlage der Verwaltung, den IGA-Beschluss des RVR und die Beteiligung des Kreises zu begrüßen, verworfen.

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