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IGA-Teilnahme auch ohne einen Park an der Ruhr

Kommunalpolitik

Mit dem Ruhrkorridor wollte die Stadt an der IGA teilnehmen. Doch die Ratsmehrheit lehnte nicht nur das Projekt, sondern gleich die ganze IGA ab. Jetzt versucht man, etwas davon zu retten.

Schwerte

, 25.09.2018
IGA-Teilnahme auch ohne einen Park an der Ruhr

In langer Reihe zog die SPD mit ihren Gästen hinunter zur Ruhr, um das Thema bei einem Ortstermin zu erörtern. © Bernd Paulitschke

Mit dem Gelände zwischen der Kleingartenanlage Amsel und dem Kanuheim wollte die Stadt an der Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2027 teilnehmen. Der sogenannte Ruhrkorridor war ein Entwurf, das Gebiet mit Stegen, neuen Beeten, Beobachtungstürmen, einem Fitnessparcours und anderen Einrichtungen aufzuwerten. Doch der Plan scheiterte am Widerstand von Grünen, CDU und WfS im Rat.

Axourgos stellte Plan B vor

Am Montag stellte Bürgermeister Dimitrios Axourgos Plan B. vor. Der ist erheblich kleiner geraten und schielt auch nicht mehr auf die Landesmittel, die es durch die IGA gäbe. Doch so ganz unberührt soll die Ruhraue nicht bleiben. „Wenn die Politik ihren Wunsch nach einer Hundewiese aufrecht erhält, dann ist das der einzige Ort, wo das aus Sicht der Verwaltung realisierbar wäre“, so Axourgos, der bei einem Ortstermin mit der SPD die neuen Pläne erklärte. Außerdem wolle man an der Bruchkante zum Rohrmeisterei Plateau einen Pfad mit „künstlerischen und kulturellen Elementen“ anlegen. Und auch ein paar Einrichtungen aus dem Bereich Spiel und Sport wolle man, wenn sie denn von Kreis und Land genehmigt würden, nördlich des Geländes von DLRG und Kanuheim ansiedeln.

Östlich des Strangs passiert nichts

Die Flächen östlich des Mühlenstrangs, den man auch weiter gerne renaturieren würde, blieben unberührt. Damit, so hofft Axourgos, könne man die Ratsmehrheit dazu bewegen, die Teilnahme Schwertes an der IGA nicht ganz zu verwerfen. Das hatten nämlich die Mitglieder des Planungsausschusses in der vergangenen Woche getan. „Wenn die IGA nicht mehr mit dem Ruhrkorridor verknüpft ist, dann hoffe ich, dass die Politik sie nicht mehr ablehnt“, so Axourgos. Denn wenn es am Mittwoch in der Ratssitzung bei dem negativen Beschluss des Planungsausschusses bleibe, könne Schwerte auch keine Fördermittel für andere IGA-Projekte erwarten. Auch nicht für das Projekt „Mein Garten“, das die Grünen bislang favorisiert haben.

Nachbarstädte nehmen an der IGA teil

Der Regionalverband Ruhr will die Internationale Gartenbauausstellung 2027 im Ruhrgebiet ausrichten. Die großen Projekte in Duisburg, Dortmund und Gelsenkirchen stehen bereits fest. Auch drei etwas kleinere Projekte in Lünen und Bergkamen, Castrop-Rauxel und an der Emschermündung sind bereits fest eingeplant. Darüber hinaus sollen bei dieser Gartenbauausstellung unter der Überschrift „Unsere Gärten“ auch Parks und Grünanlagen weiterer Städte eine Rolle spielen. Entweder werden sie nur in das Konzept eingebunden oder auch finanziell gefördert. In Schwerte nimmt bislang nur die evangelische Kirche Westfalen mit dem Schlosspark von Haus Villigst an der IGA teil. Nachbarkommunen wie Herdecke und Hattingen haben Fördermittel für den Ruhrtalradweg, eine Wandertrasse an der Ruhr und einen Ausbau der Infrastruktur für Kanutouristik beantragt. Schwerte, Fröndenberg und Holzwickede haben zwar die touristische Entwicklung des Ruhrtals als Projekt angegeben, bislang aber auf eine später folgende Bewerbung verwiesen. Aus Schwerter Sicht dürfte die vorerst vom Tisch sein.

Stadt finanziert Projekte über Kreisumlage mit


Aber aus dem dritten Bereich der IGA, dem Projekt „Mein Garten“, einer Unterstützung von bürgerschaftlichen Gartenprojekten, können Schwerter Beteiligte noch Zuwendungen erwarten. In diesem Projekt sollen vor allem Initiativen, die Grün in die Stadt bringen, gefördert werden. Die Fördermittel hierfür kommen aber nicht vom Land oder vom Regionalverband, sondern vom Kreis Unna und sind durch die Kreisumlage ohnehin von der Stadt mitfinanziert. Im ungünstigsten Fall würde man also zwar für die IGA mit bezahlen, aber keine Förderung bekommen, so der Bürgermeister.

Grüne lehnen Projekt ab

Bereits am Donnerstag hatten die Schwerter Grünen Umweltaktivisten und Nachbarn zu einer Ortsbegehung eingeladen und dabei auf die wichtige Funktion der Ruhrauen für den Hochwasserschutz hingewiesen. Die Gruppe war sich einig, dass die Ruhrauen in ihrer Funktion erhalten bleiben müssen. Ökologische Aufwertungen und verbesserte Pflege einzelner Landschaftsteile sind durchaus sinnvoll, solange sie behutsam und angepasst vorgenommen werden“, formulierte es der Grünen-Ratsherr Bruno Heinz-Fischer

IGA-Teilnahme auch ohne einen Park an der Ruhr

Die Grünen hatten bereits am Donnerstag zu einer Begehung der Ruhrauen eingeladen. © Mühlbauer

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Was tatsächlich an der Ruhr möglich ist, darüber entscheidet das Land, das für den Hochwasserschutz zuständig ist. „Wir können ohnehin hier nicht bauen, wie wir wollen“, erklärt Jan Menges von der Stadtverwaltung.

Am Mittwoch kommt das Thema im Rat erneut auf die Tagesordnung. Als Tischvorlage ohne den Ruhrkorridor und mit dem letzten Versuch, zumindest grundsätzlich doch an der IGA teilzunehmen.

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