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In Schwerte stinkt's

SCHWERTE Die Beschwerdestelle der Stadt hatte in den vergangenen Tagen viel zu tun: "In Schwerte stinkt es", klagten die Bürger. Heiko Mühlbauer ging immer der Nase nach - und stieß auf die Ursachen des Gestanks.

von Von Heiko Mühlbauer

, 14.08.2008

Mit dem Wind kommt der Geruch. Selbst in der Innenstadt schnupperte so mancher Passant angewidert, welch muffiges Lüftchen ihm da entgegen weht.

Der Grund für den Gestank ist ein Feld an der Wannebachstraße zwischen Westhofen und Holzen. Hier wird Kompost aufgebracht. „Das sind organische Stoffe“, erläutert Heribert Eggenstein von der Firma Pieper, die das Material liefert. Manchmal würde der Grünschnitt-Kompost nur schwach riechen, ein anderes Mal würden die Bakterien, die das Material zersetzen, für außerordentliche Geruchsbelästigung sorgen. Der starke Wind tat das Seinige dazu, dass sich die unangenehmen Düfte bis weit in die Innenstadt verbreiten.

 Auch die Wetterlage ist bei der Enstehung der Faulgase beteiligt. Warmes, feuchtes Wetter sorgt für kräftiges Aroma. „Die Felder können leider nicht bei Regen befahren werden“, erläutert Eggenstein. Dann würden die Gerüche nicht soweit getragen, aber die Maschinen einsinken. Bei absoluter Trockenheit gebe es regelmäßige Beschwerden wegen des Staubs. Für die geplagten Nasen der Schwerter hat der Fachmann auch Hoffnung. Der Landwirt arbeite das Material zur Bodenverbesserung direkt ein. Danach würde der Gestank relativ schnell wieder verduften. Begonnen hatte die Aktion bereits am Mittwoch.

Auch bei der Beschwerdestelle der Stadt stand gestern das Telefon nicht still. Doch Stadtsprecher Carsten Morgenthal beruhigte die Bürger: „Von dem Geruch geht keine Gefahr aus“, betonte er immer wieder. „Es handele sich im Gegenteil sogar um biologisch hochwertigen Dünger.“ Davon hatten sich zuvor die Mitarbeiter des Ordnungsamtes überzeugt. Allerdings nur in Amtshilfe, denn zuständig für derartige Probleme ist die Landwirtschaftskammer. Und nach deren Auskunft ist der Kompost laut Düngemittelverordnung zulässig. Lieferant Pieper bedauert die Geruchsbelästigung und kündigt an: „Vielleicht sollte man künftig auch verstärkt auf die Windrichtung achten, wenn der Kompost eingearbeitet wird.“ In der Wannebachstraße wird das frühestens in drei Jahren sein. Denn die Nährstoffe in dem Kompost reichen aus, um dem Boden Kraft für eine dreijährige Fruchtfolge zu geben.

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