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Kleider-Basar der Diakonie: Sauber, heil, tragbar

SCHWERTE Die Kleiderkammer der Diakonie richtet sich an die Besitzer der schmaleren Portmonees. RN-Reporterin Hilke Schwidder hat sich die engagierte Einrichtung genauer angesehen.

von von Hilke Schwidder

, 05.08.2008
Kleider-Basar der Diakonie: Sauber, heil, tragbar

Margit Jähnicke berät ihre Kunden gern. Dieser Service gehört für sie selbstverständlich dazu.

Es geht ein paar Schritte nach unten. Rechts stehen Stühle zum Hinsetzen und Plaudern. Links arbeitet die Waschmaschine. Und geradeaus hängen Hosen, Blusen, Röcke an langen Kleiderständern. Das ist der Keller-Basar der Diakonie an der Kötterbachstraße.

Wer hierher kommt, hat wenig Geld im Portmonee. Wer hierher kommt, hat mindestens eine Hemmschwelle überwunden. „Armut bleibt ein großes Thema“, sagt Ulrich Groth, Geschäftsführer der Diakonie in Schwerte. In den vergangenen Jahren beobachtet er parallel zur Armutsentwicklung eine enorm steigende Nachfrage im Keller-Basar: 2002 gab die Einrichtung 2563 Mal gebrauchte Kleidung weiter. 2007 waren es 4020 Mal. Ulrich Groth steht zwischen den Kleiderständern. Mit ernster Miene und vielen Schicksalen im Kopf. Das Leben könne sehr hart sein, sagt er. Wenige Schritte von ihm entfernt richtet sich Margit Jähnicke auf. Die 54-Jährige arbeitet im Keller-Basar. Sie sucht mit ihren Kolleginnen die Wäschespenden aus, kümmert sich darum, dass die Kleidung frisch duftet. Sie berät die Kunden. Und sie ist oft erste Ansprechpartnerin in schwierigen Situationen. Denn das gehört auch zum Netzwerk des Hauses: Hinhören und Türen öffnen. Margit Jähnicke hebt die Schultern. „Ich weiß doch, wer bei uns wofür zuständig ist.“ Häufig genüge ein kurzer Anruf bei den Kollegen, um die Basar-Kunden an die richtige Stelle zu lotsen. „Das ist doch selbstverständlich.“

Mit raschen, routinierten Handgriffen füllt Margit Jähnicke die nächste Ladung Wäsche ein. „Unsere Maschine müsste Kilometergeld bekommen.“ Die 54-Jährige murmelt das, während sie sich bückt. Und in ihrer Stimme lässt sich ein leichtes Schmunzeln erahnen. Die Schwerterin freut sich über zahlreiche Spender, die regelmäßig Kleidung in den Keller-Basar bringen. Was sauber, heil und tragbar ist, sortieren die Mitarbeiter für ihre Kunden aus. – Und es kommen viele Helfer zur Kötterbachstraße. Margit Jähnicke nickt vielsagend. Sie deutet mit dem Zeigefinger vor sich auf den Boden. „Jeden Tag geben die Leute etwas bei uns ab“, sagt sie schließlich. So bleibt sie ständig in Bewegung auf dem Parcours zwischen Gesprächsecke, Waschküche und Kleiderständern. „Es macht mir Spaß“, sagt Margit Jähnicke. „Und ich kann helfen. Das ist wichtig.“   Der Keller-Basar der Diakonie, Tel. 93 93-49, Kötterbachstraße 16, ist montags, mittwochs und freitags von 9 bis 12 Uhr geöffnet, mittwochs außerdem von 14 bis 16 Uhr. Kleiderannahme ist montags bis freitags von 9 bis 12 und 14 bis 16 Uhr. 

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