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Mitarbeiter bereiten sich auf den Abschied vor

Freizeit-Allwetterbad

SCHWERTE Zum letzten Mal öffnet das FAB in dieser Woche seine Türen. Am 30. Dezember wird der Badebetrieb eingestellt. Wie es dann für die Mitarbeiter weitergeht, sollten sie am Dienstagmorgen bei der letzten Belegschaftsversammlung erfahren.

von Von Nicole Giese und Reinhard Schmitz

, 22.12.2009
Mitarbeiter bereiten sich auf den Abschied vor

Noch fünf echte Arbeitstage liegen vor dem Personal.

Energisch hebt Sascha Klocke die bunte Wassernudel hoch. „Und immer schön laufen“, feuert er die Teilnehmer des Aquafitness-Kurses im Freizeit- und Allwetterbad noch einmal an. Es ist der letzte Kurs des 40-jährigen Bademeister. Am Morgen hat er erfahren, dass das FAB am 30. Dezember endgültig schließt  – und dass er ein Jahr später auch seinen Job verlieren wird. „Ich habe keine Ahnung, wie es weiter geht.“ Sascha Klocke blickt auf die Gruppe. „Das sind meine Rentner“, sagt er wehmütig. „Das nimmt einen schon ganz schön mit.“ Kursteilnehmerin Elfriede Klesse aus Hennen kann es ebenfalls nicht glauben. „Für uns ist das auch sehr traurig“, betont sie. Seit das Bad besteht, käme sie zwei Mal pro Woche. Bei den Kursen sei das Becken immer voll. „Wo sollen wir jetzt hingehen?“Keine Alternative Das weiß auch Thomas Schneider noch nicht. „Das Stadtbad ist für mich keine Alternative“, sagt er. Regelmäßig ist er in der Sole schwimmen gewesen. Kurt und Marianne Bendiks haben sich dagegen schon eine Alternative überlegt. „Wir fahren demnächst nach Iserlohn“, erklären sie. Und manchen trifft die Nachricht von der Schließung auch ganz unvorbereitet: Familienvater Maksim Grisakov aus Hagen blickt sich erstaunt um. „Wieso wird das Bad denn geschlossen?“ Eine Frage, die sich auch die FAB-Mitarbeiter immer noch stellen. „Das war eine der schwersten Betriebsverhandlungen, die ich je abgehalten habe“, gab Betriebsratsvorsitzender Jörg Wilhelm die schlechten Nachrichten nur ungern so kurz vor Weihnachten weiter.Hängepartie geht weiter „Die Hängepartie für die Menschen geht weiter“, kritisierte Ver.di-Gewerkschaftssekretär Martin Steinmetz, dass immer noch nicht klar sei, wer vorerst bleiben könne und wer nicht. Zehn der 40 Mitarbeiter würden noch benötigt. Doch die Geschäftsführung habe es seit dem Sommer nicht geschafft, die Sozialauswahl für diese Stellen zu definieren. „Unverzüglich“ solle dies im neuen Jahr geschehen, forderte Steinmetz. Gleichzeitig appellierte er noch einmal an die Politik, die „irrwitzige Entscheidung“ der Badschließung zu revidieren. Dazu blieben noch anderthalb Jahre Zeit.Tränen werden fließen Noch fünf echte Arbeitstage liegen vor dem Personal. Am 30. Dezember schließt das FAB endgültig. Ein Tag, vor dem Brigitte Sembritzki schon jetzt graut. Sie arbeitet an der Kasse, kennt viele Besucher vom Sehen. „Ich weiß schon jetzt, dass viele Tränen fließen werden.“ 

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