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Plastikgondel aus der Heimat - Spuren der Gastarbeiter

Interkultureller Stadtrundgang

Ganze drei Quadratmeter Wohnraum und "ein Stück Tischplatte" stehen Menschen zu, die als Gastarbeiter in den 60er-Jahren in Deutschland arbeiteten. Der 5. Interkulturelle Stadtrundgang begab sich am Samstag auf die Spuren der ersten Gastarbeiter.

SCHWERTE

von Von Herbert Hermes

, 03.06.2012

Das Dokument ist Teil einer vom Südwestdeutschen Rundfunk (SWR) konzipierten Ausstellung über die Anfänge der Geschichte der Gastarbeiter in Deutschland, die in der Werkhalle W 12 der Firma Hoesch Schwerter Profile im Rahmen des 5. Interkulturellen Stadtrundgangs am Samstag zu sehen war. Eingeladen hatten der Integrationsrat mit seiner Vorsitzenden Aynur Akdeniz und die Stadt mit Bürgermeister Heinrich Böckelühr.

Neben den Informationstafeln rühren besonders die authentischen Exponate der Ausstellung den Betrachter und lassen erahnen, wie tiefgreifend neu und umwälzend die Lebens- und Arbeitssituation in Deutschland für die Menschen gewesen sein muss, die aus Italien, Spanien oder der Türkei zu uns gekommen sind. Ein kleiner, abgenutzter Koffer voller Gewürze aus der Türkei, eine Plastikgondel aus Venedig – wehmütiges Bemühen, etwas Heimat festzuhalten, gegen die Entwurzelung in der Fremde. Der interkulturelle Stadtrundgang in Schwerte ist Ausdruck der aktiven Verständigung zwischen unterschiedlichen kulturellen Orientierungen. Zugleich ist er ein hoffnungsvolles Symbol der Toleranz gegenüber der Vielfalt der Kulturen, die den Alltag unserer Stadt mit prägen und bereichern, wie es in den Ansprachen an diesem Nachmittag betont wurde.

Dottore Riccardo Chini, Präsident der Calvi Holdinggesellschaft, zu deren Verbund Hoesch Schwerter Profile gehört, hob zudem die Kreativität, die Offenheit für Neues und die Innovationskraft hervor, die aus der Partnerschaft zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kulturen wachsen.  Theo Odenthal, Geschäftsführer der Hoesch Schwerter Profile, unterstrich in seinen begrüßenden Worten die besondere Rolle ausländischer Arbeitnehmer für das Unternehmen. Mit Beginn der 60er-Jahre nahmen hier bereits die ersten Gastarbeiter ihre Arbeit auf. Unter ihnen auch Yenal Turan, erster ausländischer Arbeitnehmer aus der Türkei bei Hoesch, der bis heute in Schwerte lebt.

 Die Ausstellung des SWR, die leider nur für einen Tag in Schwerte bleiben konnte, umfasste nur die Jahre 1955 bis 1973. Vielleicht präsentiert der Interkulturelle Stadtrundgang demnächst eine Ausstellung, die aufzeigt, wie aus Gastarbeitern Freunde und Mitbürger geworden sind, wie Yenal Turan.  

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