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Prozess begann mit Geständnis eines 17-Jährigen

Raubüberfälle

Eine Serie von brutalen Raubüberfällen in Schwerte und Dortmund beschäftigt seit Montag das Landgericht Hagen. Angeklagt sind vier junge Männer (16 bis 23 Jahre) aus Schwerte. Einer legte zu Prozessbeginn ein Geständnis ab.

SCHWERTE

von Von Martin von Braunschweig

, 16.08.2010
Prozess begann mit Geständnis eines 17-Jährigen

Die Überwachungskamera filmte, wie einer der Täter mit gezückter Waffe auf das Aufsichtshäuschen in der Spielhalle zustürmt.

In unterschiedlicher Beteiligung sollen die Angeklagten an mindestens fünf Raubzügen beteiligt gewesen sein. Im November 2009 wurde ein Autohändler nachts in Dortmund überfallen und mit Pfefferspray attackiert. Bis zur Festnahme der Angeklagten im Februar kam es zu weiteren Überfällen auf einen Kiosk, eine Spielhalle und einen Aldi-Markt in Schwerte sowie auf eine Filiale der Fruchtbörse in Dortmund-Aplerbeck. Die Gesamtbeute soll mehrere tausend Euro betragen haben.

Zu Prozessbeginn gab ein 17-jähriger Maler aus Schwerte seine Tatbeteiligung unumwunden zu. „Wir brauchten halt Geld“, antwortete er fast schon provokant, nachdem die Richterin ihn nach seiner Motivation gefragt hatte. Der Jugendliche war erst wenige Tage vor dem Überfall auf den Autohändler aus dem Jugendgefängnis entlassen worden. Dort hatte er fast anderthalb Jahre wegen anderer Raubüberfälle verbüßt.

Bei den Taten hatten er und seine mutmaßlichen Komplizen stets Pfefferspray oder Softair-Pistolen verwendet. Die übrigen Angeklagten wollen sich erst später zu den Vorwürfen äußern. Und dann ist da auch noch eine weitere Anklage, der sich der junge Mann demnächst wohl stellen muss. Darin soll ihm sogar versuchter Mord vorgeworfen werden. Zusammen mit seinem auch im laufenden Prozess mitangeklagten Freund (16) soll er einen Supermarkt-Angestellten nach einem versuchten Diebstahl in Schwerte so brutal zusammengeschlagen und -getreten haben, dass das Opfer wochenlang im Koma lag.

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