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Rauswurf der Mieterin vorbereitet?

Stadt Schwerte droht Familie mit Teilabriss

Trotz gültiger Baugenehmigung soll eine Familie einen Teil ihres Hauses wieder abreißen. Die Politik will Mittwoch das Thema beraten. Das Bauamt hat auch schon ein Schreiben verschickt.

Schwerte

, 12.06.2018
Rauswurf der Mieterin vorbereitet?

Die Familie Ahlers hat in der Unteren Meischede in einer Bungalowsiedlung ihr Haus aufgestockt. Sie sind nicht die Einzigen, die den Wohnraum nach oben vergrößert haben. Nun droht aber nach einer Klage eines Nachbarn der Teil-Abriss.Paulitschke © Bernd Paulitschke

Der Fall der Familie Ahlers, die um ihr Haus an der Unteren Meischede kämpft, wird am Mittwoch im Beschwerdeausschuss des Rates Thema sein. Doch während die Familie noch auf eine politische Lösung hofft, hat die Stadt bereits erste Schritte zum Teilabriss des Hauses unternommen.

Die Mieterin war im Urlaub, als der Brief von der Stadt eintraf. Anhörung nach Paragraf 28 Verwaltungsgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen war er in schönstem Behördendeutsch überschrieben. Die Botschaft eindeutig: „Aufgrund des vorgenannten Sachverhaltes beabsichtige ich, unter Androhung von Zwangsmitteln dem Eigentümer die Nutzung der Dachgeschosswohnung zu untersagen“, schrieb die Sachbearbeiterin. Bei dem genannten Sachverhalt handelt es sich um ein Urteil des Verwaltungsgerichts.

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Das hatte nämlich festgestellt, dass die Baugenehmigung, die Familie Ahlers den Ausbau ihres Flachdachbungalows an der Unteren Meischede erlaubte, rechtswidrig ist. Und während Markus und Andrea Ahlers bislang noch nichts Offizielles von der Stadt bekommen haben, wurde die Mieterin ihrer Einliegerwohnung schon mal auf einen Rauswurf vorbereitet.

Ein Jahr nach Wohnung in Schwerte gesucht

Fast ein Jahr lang habe man nach einer geeigneten Wohnung gesucht, bevor sie mit ihrem Partner von Dortmund nach Schwerte gezogen sei, erzählt die Frau. Und in ihrem Antwortschreiben an das Bauamt betont sie: „Meine Vermieter haben mir die von Ihnen ausgegebene Baugenehmigung gezeigt, die dann vor Gericht rückgängig gemacht wurde.“ Was sie besonders ärgert, ist die Tatsache, dass die Stadt offensichtlich nichts mehr tut, um die Folgen ihres eigenen Fehlers abzumildern. „Alles was Sie nun tun, ist mich aus meinem schönen Haus ´rauszuschmeißen, mich obdachlos zu machen. Ich bin erschüttert über solche Methoden“, heißt es in dem Antwortschreiben an die Stadt.

Derweil hat der Fall der Familie Ahlers bundesweit ein Medienecho gefunden. Nachdem die Ruhr Nachrichten vergangene Woche über den Fall berichtet haben, waren Kamerateams verschiedener Fernsehsender zu Gast. Darunter auch vom bundesweit ausgestrahlten SAT1-Frühstücks-Fernsehen und von Brisant (ARD).

Zwei Jahre um Bauantrag verhandelt

Die Ahlers hatten zwei Jahre mit der Stadt über die Aufstockung ihres Flachdachbungalows verhandelt. Gegen die dann letztlich erteilte Baugenehmigung hatte ein Nachbar geklagt und letztlich auch vor dem Verwaltungsgericht gewonnen. Den Ahlers droht jetzt der Abriss des Obergeschosses ihres Hauses.

Am Mittwoch, 17 Uhr, beschäftigt sich der Beschwerdeausschuss des Rates mit dem Thema. Die Ahlers regen an, für das Baugebiet einen Bebauungsplan aufzustellen. Denn mittlerweile sind die meisten Häuser in diesem Bereich um ein Geschoss aufgestockt worden.

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