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Schwerter CDU will Grünen als Bürgermeister

Stadtplaner Adrian Mork

Stadtplaner Adrian Mork soll 2018 neuer Bürgermeister in Schwerte werden. Das ist zumindest das gemeinsame Ziel von CDU, FDP und Grünen. Warum setzt sich die CDU für einen Kandidaten ein, der nicht das eigene Parteibuch hat? Darauf gab es bei der Vorstellung eine einfache Antwort.

SCHWERTE

, 18.10.2017
Schwerter CDU will Grünen als Bürgermeister

Pressekonferenz der CDU Schwerte zur Vorstellung ihres Kandidaten Adrian Mork (dritter. v. r.) für die Bürgermeisterwahl

Auch wenn es die Christdemokraten spannend gemacht hatten. Dass ihr Kandidat ein grünes Parteibuch haben wird, wurde schon lange gemunkelt.  Die Frage, ob man keinen eigenen Kandidaten habe, wurde gleich von Fraktionschef Marco Kordt beantwortet: „Wir wollten den besten Bürgermeister für Schwerte.“ Überhaupt scheint das die offizielle Sprachregelung zu sein, denn auch CDU-Parteichef Jörg Schindel hatte im Vorfeld angekündigt: „Wir werden den besten Bürgermeister für Schwerte präsentieren.“

Unterstützung von drei Parteien

Und der heißt zumindest nach Auffassung der drei Parteien, die schon lange im Stadtrat zusammenarbeiten, eben Adrian Mork. Am Mittwochnachmittag wurde der Kandidat in der Rohrmeisterei vorgestellt. An gleicher Stelle übrigens, wie vor exakt einem Monat sein Sozialdemokratischer Kontrahent.

Gleich drei Partei-Werbebanner drängelten sich an der Kopfwand des kleinen Glaskasten oberhalb von Halle zwei der Rohrmeisterei. Davor der Kandidat und die Vertreter der Parteien, die ihn bislang nur unterstützen. Denn noch ist Mork von keiner Parteiversammlung offiziell gewählt. Trotzdem gehen alle davon aus, dass deine Kandidatur auch von den Mitgliedern getragen wird.

Warum dieser Kandidat: CDU-Parteichef Schindel lobte Morks Kenntnis der Verwaltung, der er seit 2009 angehört. Außerdem sei er der Motor vieler Schwerter Projekte. Lobesworte gab es dann auch von den Vertretern der anderen beiden Parteien. „Mork ist der Kandidat, der unser Vertrauen verdient“, so Renate Goeke (FDP).

Verkehrsprobleme lösen

Als schließlich der Kandidat selber an die Reihe kam, begann er mit der Erklärung: „Seit heute bin ich wieder Schwerter Bürger.“ Nicht nur als Bürgermeister, sondern auch als Kandidat wolle er Schwerter sein und sei deshalb in sein Elternhaus nach Ergste zurückgezogen. Außerdem kündigte Mork ein Zehn-Punkte-Programm an, mit dem er in den Wahlkampf ziehen werde. Und auf Nachfrage: „Ja, das sei mit allen drei Parteien abgestimmt.“

Was drin stehen wird, davon gab er schon mal einen Eindruck. Die Bürgerkommune, also die größere Beteiligung der Bürger an städtischen Entscheidungen, ist einer der Punkte. Ein anderer wichtige Punkt wird wohl die Verkehrsproblematik sein. „Wir werden die Verkehrsprobleme lösen“, versprach er. Dass zu diesem wir aber auch Land und Bund gehören, auf die ein Schwerter Bürgermeister wenig Einfluss hat, ließ er gleich im zweiten Satz zu diesem Thema durchblicken. 

Auf die Frage, wie er aus seinem Amt als städtischer Fachdienstleiter einen Wahlkampf gestalten werde, versprach Mork: „Ich werde meine Arbeit nicht schliefen lassen und mich dennoch in den Wahlkampf stürzen.“ Und Schindel ergänzte, dass man den Kandidaten ja unterstützen werde.

Und dann wurden auch schon die härteren Bandagen für den anstehenden Wahlkampf angelegt. „Dies ist eine Richtungswahl“, kündigte Marco Kordt an. Und zwar ob der Wähler einen Bürgermeister mit einer Mehrheit wolle. Denn Mork habe eine satte Ratsmehrheit hinter sich. Er könne sich nicht vorstellen, dass sich der Gegegenkandidat auf Mehrheiten im Rat verlassen könne. „Hier sitzt eine politische Mehrheit am Tisch“, ergänzte Schindel. 

In Ergste geboren

Adrian Mork studierte bis 1995 an der Universität Dortmund Raumplanung. Von 1998 bis 2009 war er Kreisgeschäftsführer der Grünen. Seitdem ist er Fachdienstleiter für Stadtentwicklung, Demografie und Umwelt. Damals holte ihn Heinrich Böckelühr, als Fachdienstleiter ist er kein Wahlbeamter.

Er ist gebürtiger Ergster. In Schwerte gründete er einst die Naturschutzjugend, war aktiv im Kampf gegen die Südumgehung und setzte sich bereits in einer frühen Phase für den Erhalt der Rohrmeisterei ein.

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Unser Redakteur Heiko Mühlbauer kommentiert die Sachlage:

"Nun soll es also der Stadtplaner richten. Über den Namen wurde schon seit Wochen diskutiert. Offensichtlich hat der Rücktritt von Heinrich Böckelühr seine Partei doch deutlich kalter erwischt, als man öffentlich durchblicken ließ. Was spricht für den Kandidaten Mork? Auf jeden Fall, dass er in alle Prozesse, die derzeit in Schwerte umgesetzt werden, vom Bahnhofsvorplatz bis St. Viktor, bereits eingebunden ist.

Was spricht gegen den Kandidaten Mork: Auf jeden Fall, dass er in diese Prozesse bereits eingebunden ist. Denn als Stadtplaner und damit quasi als Baudezernent – trägt man bereits ein Bündel mit sich in den Wahlkampf. Wo immer die Stadt gebaut und geplant hat und Nachbarn das nicht gut fanden oder sogar verhindern wollten, wurde der Widerstand gegen die Verwaltung an Mork und seiner Abteilung fest gemacht. Nicht umsonst haben die Dortmunder ihren Kulturdezernenten zum Bürgermeister gemacht. Ob das aber eine gute Wahl war?"

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