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Schwerter Heimatforscher schreibt ein Buch über die Firma Brüninghaus

SCHWERTE Josef Wilkes arbeitet sich durch die Archive. Sein Ziel: Ein lebendiges Buch über Aufstieg und Fall der Firma Brüninghaus, die einst zu den Großen der Stahlbranche gehörte.

von Von Nicole Jankowski

, 15.08.2008
Schwerter Heimatforscher schreibt ein Buch über die Firma Brüninghaus

Das Schild an der Hagener Straße erinnert immer noch an das letzte Kapitel von Waggonbau Brüninghaus. Foto: Reinhard Schmitz

Handgeschriebene Texte, Fotos, Zeitungsartikel – die Geschichte der Firma Brüninghaus steckt in einem gelben Schnellhefter. Fein säuberlich hat Josef Wilkes die Manuskript-Blätter abgeheftet

Der Ortsheimatpfleger arbeitet an seinem dritten Buch. Aufstieg und Niedergang des Westhofener Unternehmens will er in dem Werk darstellen. Auslöser für das Buch waren die Abrissarbeiten zugunsten des neuen Logistikzentrums auf der Industriebrache. „Da dachte ich: Es muss doch festgehalten werden, was dort passiert ist“, betont der 85-Jährige.

Engen persönlichen Kontakt zu Brüninghaus pflegte Wilkes schon seit Jahrzehnten. Die ehemaligen Justiziare des Unternehmens, Dr. Walter Lohmann und Heinz Broers, gehören zu seinem Freundeskreis. Sie lieferten dem Geschichtsschreiber wertvolle Informationen aus eigener Erfahrung. Auch in Jubiläumsschriften des Unternehmens und Büchern über die Geschichte Westfalens recherchierte der Schwerter Heimatforscher.

„Brüninghaus. Seit 1562“ ist auf dem ersten Blatt des Manuskriptes zu lesen. Bis zu den Anfängen in Brüninghausen bei Lüdenscheid hat Wilkes die Geschichte der Familie zurückverfolgt. Mit seinem Gewerbebetrieb legte „Peter to Brünninckhausen“, ein so genannter Reidemeister, den Grundstein für die Stahlwerke Brüninghaus. Das in den Bergen und Wäldern der Umgebung gewonnene Erz wurde in eigenen Öfen verhüttet. Mitte des 19. Jahrhunderts siedelte Johann Caspar Brüninghaus sich in Werdohl an. Erstmals wurde auch fremdes Kapital eingesetzt, um die Ausbaupläne umzusetzen. 1909 übernahm Brüninghaus dann die Eisenwerke Westhofen.

Fein säuberlich hat Josef Wilkes die einzelnen Ausbauschritte aufgeführt, hat Verantwortliche und das Arbeitsprogramm notiert. Historische Fotos und Zeichnungen ergänzen das Geschriebene. Nur die einzelnen Schritte bis zur Auflösung muss Wilkes noch recherchieren. „Es ist wirklich sehr schade, dass die Stahlwerke nicht mehr existieren“, bedauert der Ortsheimatpfleger. Schließlich stehen Produkte des Schwerter Unternehmens in der ganzen Welt: Brüninghaus lieferte Gittermasten für Stromnetze nach Venezuela, Belgien und Afghanistan.

Auch die höchsten Masten der Welt, die seit 1962 die Elbe überqueren, stammen aus der Ruhrstadt. Der ehemalige Prokurist Rolf Hagelücken hat Wilkes eine Aufnahme dieser besonderen Bauten geschenkt. Ein Hingucker für das geplante Buch.

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