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Schwerter Schulen haben zwölf neue Lehrer bekommen

Bildung

1109 neue Lehrer hat die Bezirksregierung Arnsberg zum neuen Schuljahr eingestellt. Zwölf davon haben ihren Dienstsitz in Schwerte. Dennoch sind nicht alle Stellen besetzt.

Schwerte

, 11.09.2018
Schwerter Schulen haben zwölf neue Lehrer bekommen

Im Kreis Unna sind zu Schuljahresbeginn noch immer 58 Lehrerstellen unbesetzt. © picture alliance/dpa

Von den 1109 Lehrern, die für das neue Schuljahr im Regierungsbezirk Arnsberg eingestellt worden sind, verstärken 127 Pädagogen Lehrerkollegien im Kreis Unna. Zwölf Lehrer – zehn Frauen und zwei Männer – sind in Schwerte gelandet. Sieben von ihnen werden an Gesamtschulen unterrichten, zwei an Gymnasien, drei Lehrerinnen wurde an Grundschulen eingestellt. Soweit die gute Nachricht aus Arnsberg.

Was die Bezirksregierung nicht sagte: Wie viele offene Lehrerstellen es zum Schulstart in den einzelnen Kommunen eigentlich gibt. Erst kürzlich hatte das Schulministerium ja mitgeteilt, dass von den landesweit 9600 offenen Lehrerstellen nur gut 5900 besetzt werden konnten. Heißt: 3700 bleiben unbesetzt (38,5 Prozent). Insgesamt gibt es knapp 200.000 Lehrer in Nordrhein-Westfalen. Im Kreis Unna stehen den 127 besetzten Stellen 58 unbesetzte gegenüber. In Arnsberg blickt man voller Hoffnung in Richtung Herbst. In der Pressemitteilung heißt es: „Neben den Besetzungen bis zum 31. August 2018 konnten bereits jetzt 13 Lehrkräfte für den Einstellungstermin 1. November gewonnen werden.“ Im ganzen Regierungsbezirk sind es sogar 83.

Lehrermangel ist an Grundschulen besonders eklatant

Besonders schlecht stellt sich in der Statistik die Lage der Grundschulen dar, an denen nur etwas mehr als die Hälfte der offenen Stellen besetzt werden konnten. Damit liegt Schwerte voll im Trend: NRW-weit ist der Lehrermangel vor allem an Grundschulen eklatant, hier konnten nur gut 50 Prozent der Stellen besetzt werden. Die beste Besetzungsquote haben die Gymnasien mit fast 90 Prozent. In dieser Schulform konnten im Regierungsbezirk Arnsberg 223 von 249 Stellen mit geeigneten Kandidaten besetzt werden.

Zu denen gehören immer häufiger Seiteneinsteiger, mit denen die Politik den ärgsten Lehrermangel beheben will. Wurden 2016 im Regierungsbezirk Arnsberg noch 98 Seiteneinsteiger eingestellt, besonders häufig übrigens an Berufsschulen, waren es 2017 schon 156 und in diesem Jahr bisher zum 31. August bereits 120. Und inzwischen werden sie auch an fast allen Schulformen gleichermaßen häufig beschäftigt. Für Schwerte wird sich ihre Zahl vermutlich im überschaubaren Rahmen halten: Statistisch gesehen werden zehn Prozent der freien Stellen mit Seiteneinsteigern besetzt, demnach könnte also auch einer an einer Schwerter Schule gelandet sein.

Pädagogen-Verbände kritisieren Seiteneinsteiger-Lösung

Volker Maibaum von der nordrhein-westfälischen Lehrer-Gewerkschaft GEW sieht das Seitensteiger-Programm durchaus kritisch, denn unter diesen neuen Lehrkräften seien welche, die während ihrer Unterrichtstätigkeit ihre Ausbildung weiterführten. Jeder von ihnen sechs Stunden pro Woche, je nach Ausbildung ein bis zwei Jahre. Maibaum rechnet vor: „Wenn an einer Schule drei Seiteneinsteiger eingestellt werden, fehlen ein bis zwei Jahre lang jede Woche 18 Stunden, also eine dreiviertel Stelle.“

Auch Stefan Behlau, NRW-Landesvorsitzender der Lehrergewerkschaft VBE, sieht das Thema kritisch und bezeichnet die Einstellung von Seiteneinsteigern als Notlösung: „Es kommen immer mehr Seiteneinsteiger an die Schulen, die dann parallel zum Unterricht qualifiziert werden.“ Der VBE fordert stattdessen eine Vorqualifizierung.

Ziel müsse es aber sein, „grundständig ausgebildete Lehrkräfte zu gewinnen. Das Problem ist durch eine starke Lohnlücke zwischen den Schulformen hausgemacht. Langfristig löst nur die zeitnahe Umsetzung des gleichen Lohns für gleiche Arbeit den Lehrkräftemangel.“

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