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Sind hier überhaupt Fische?

Sportanglerverein kümmert sich um die Fische in Schwerte

Anglerverein und Fische schützen klingt erst einmal paradox. Doch die Mitglieder sorgen dafür, dass sich die Schwerter Fische in der Ruhr, im Mühlenstrang, im Wannebach und im Elsebach wohl fühlen.

Schwerte

12.04.2018
Sind hier überhaupt Fische?

Thorsten Hainke (v.l.), Pascal Saecker und Oliver Saecker vom Sportanglerverein am Mühlenstrang. Paulitschke © Bernd Paulitschke

Ausharren am Flussufer, die Natur genießen und das Abendessen nach Hause bringen. So oder so ähnlich stellen viele sich den Angelsport vor. Thorsten Hainke vom Schwerter Anglerverein weiß, das zum Angelsport mehr gehört: „Das klingt im ersten Moment vielleicht komisch, aber wir Angler sind in großen Teilen dafür verantwortlich, dass sich immer mehr Fische hier in Schwerte wohlfühlen“. Denn der Sportanglerverein Schwerte tut viel für den Umweltschutz: Die Mitglieder räumen Plastikmüll weg und bauen Fischtreppen. Eine davon befindet sich beispielsweise an der alten Mühle im Mühlenstrang. Sogenannte Wanderfische, die aus dem Meer kommen, können so zum Laichen den Fluss hinauf ziehen.

Keine Ökokrieger

„Also wir sind jetzt keine Ökokrieger oder so“, betont Thorsten Hainke und lacht. „Aber klar ist, wir kümmern uns um die Umwelt, weil wir Fische zum Angeln brauchen und die gibt es nur, wenn das ganze Ökosystem funktioniert.“ Außerdem sei es viel schöner einen Tag in der Natur zu verbringen, wenn nicht überall Müll rumliege, so Hainke.

Forelle ist zurück

Seit 1970 habe die Fischpopulation überall in Deutschland stark gelitten. Grund sei die Gewässerverschmutzung durch große Industrieanlagen. Auch in Schwerte sei das zu spüren gewesen, erzählt Hainke. Dabei seien vor allem empfindliche Fische, wie die Forelle, aus den Gewässern verschwunden. „Mittlerweile sind wir hier in Schwerte unter Anglern aber wieder als Forellengebiet bekannt“, sagt Hainke. Vor 20 Jahren wäre das noch undenkbar gewesen.

Brutstätten schützen

Filteranlagen, eine strengere Gesetzgebung, aber eben auch engagierte und informierte Angler haben zu einer verbesserten Wasserqualität geführt. „Hier in Schwerte fliegenfischen wir viel. Dafür müssen wir in die Flüsse rein“, erklärt Hainke, „aber wir halten Schonzeiten ein, damit wir nicht die Brutstätten der Forellen dabei zerstören“. Auch mit Hundebesitzern kommen die Angler regelmäßig ins Gespräch. „Hundebesitzer lassen ihre Vierbeiner ja gerne mal zum Baden in die Bäche und das kann für die Larven der Forelle kritisch werden“, sagt Hainke, „aber woher sollen die Hundebesitzer, das auch wissen. Wir weisen sie dann immer freundlich daraufhin und erklären alles“. Die meisten Hundebesitzer seien dann auch verständnissvoll und wollen in Zukunft die Schonzeiten einhalten. Manchmal reagieren Hundebesitzer auch überrascht: „Sind hier überhaupt Fische?“ bekommt Thorsten Hainke oft zu hören. „Gerade in der kritischen Schonzeit, bevor die Fische geschlüpft sind, sieht man natürlich keine Fische“. Aber genau in dieser Zeit, wenn die Fische noch nicht geschlüpft oder im Larvenstadium sind, benötigen sie besonderen Schutz.

Der Sportanglerverein Schwerte rät, noch bis zum 30. April auf das Betreten der Bäche und Flüsse zu verzichten. Da sei auch die Äsche, eine besonders bedrohte Tierart, mit ihrer Fortpflanzung durch. Von Andreas Schneider