Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Sirenenalarm in Schwerte bei Fluten und Giftwolken

Heulgeräte sollen reaktiviert werden

Wer noch den Krieg miterlebt hat, zuckt bei ihrem Ton zusammen: Die alten Luftschutzsirenen auf den Dächern sollen für zivile Zwecke wieder eingeschaltet werden, um die Bevölkerung vor Gefahren wie Hochwasser oder giftigen Wolken von Großbränden zu warnen.

SCHWERTE

, 07.11.2014
Sirenenalarm in Schwerte bei Fluten und Giftwolken

Sie könnten bald wieder im Schwerter Stadtbild auftauchen: Große Sirenen, mit denen die Bevölkerung auf eine Gefahr hingewiesen werden kann.

„Für die Weckfunktion sind Sirenen ein gutes Mittel“, erklärt Birgit Kalle, stellvertretende Pressesprecherin des Kreises Unna. Der habe zusammen mit den Ordnungsämtern der Städte und Gemeinden eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen: „Sie überlegt, wie man die Warnung der Bevölkerung umsetzen kann.“ Zehn Millionen Euro habe das Land NRW für diesen Zweck bis Ende Dezember 2015 zur Verfügung gestellt. Auslöser für die Überlegungen sei der Großbrand in einer Düngemittelfabrik in Krefeld vor einem Jahr gewesen, weiß der Leiter der Schwerter Feuerwehr, Wilhelm Müller. Mit den Sirenen könnte in so einem Fall dazu aufgerufen werden, die Fenster und Türen wegen der nahenden Rauchwolke zu schließen.

Flächendeckend – so Müller – sind in Schwerte noch 16 Sirenen quer über das Stadtgebiet verteilt. Solange die freiwilligen Feuerwehrleute mit den störanfälligen analogen Funkpiepsern zum Einsatz gerufen wurden, ließ sie die Leitstelle häufig sicherheitshalber drei Mal zusätzlichen Alarm blasen. Seit der Umstellung auf digitale Rufgeräte ist das nicht mehr nötig. Für den Fall der Fälle wurden die Heulgeräte auf den Dächern der Ruhrstadt aber trotzdem mit digitalen Alarmgebern nachgerüstet.

Die Elektromotoren unter den runden Deckeln könnten laut Hersteller Töne in unterschiedlichen Höhenlagen und Wellen erzeugen, weiß Müller: „Man muss die Bevölkerung dann sensibilisieren, für welchen Fall welcher Ton zuständig ist.“ Zum Beispiel für die Aufforderung, das Radio einzuschalten. Die Signale sollten natürlich kreiseinheitlich geregelt sein.

Der Kreis mache in der partnerschaftlichen Arbeitsgruppe keine Vorgaben, betont Birgit Kalle. In allen Städten und Gemeinden des Kreises bis auf Lünen, das seine Alarmheuler schon komplett abgebaut hat, seien noch Sirenen vorhanden – insgesamt 116 Stück. Bei einer Überplanung des Kreisgebiets werde unter die Lupe genommen, wie man mit diesem System die Bevölkerung flächendeckend erreichen könne. „Der Ball liegt jetzt bei den Städten und Gemeinden“, sagt Birgit Kalle: „Sie müssen prüfen, wo das Signal ankommt.“ Feuerwehrchef Müller möchte dazu ein Gutachten erstellen lassen. Es soll Auskunft geben, ob vielleicht die eine oder andere Sirene nachgerüstet werden muss. Denn durch Wärmeschutz und Lärmschutzverglasungen könnten Gebäude mittlerweile auch gegen die Heultöne abgeschirmt sein.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt