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So bringt ein Ergster Imker den Honig ins Glas

Mit Fotostrecke

Umgeben von Linden, direkt am Bürenbruch in Ergste stehen elf Bienenhäuser, in denen je ein Volk wohnt. Sie gehören Imker Bernd Böhle. Wir haben uns mit ihm getroffen und er hat uns erklärt wie der Honig ins Glas kommt und warum Bienen so wichtig sind. Auch für die Menschen.

SCHWERTE

, 19.08.2017

Etwa 30.000 bis 40.000 Bienen ist ein Volk im Sommer stark. In der kalten Jahreszeit überwintern aber nur noch 5000 bis 10.000 Tiere mit der Königin. Übernommen hat Bernd Böhle die elf Völker und zwei weitere von seinem Vater, Ulrich Böhle, der die Bienenvölker in den 1960er-Jahren aufgebaut hat. Seit seinem zwölften Lebensjahr kümmert sich Bernd Böhle um die Bienen, erst gemeinsam mit seinem Vater, heute meist allein.

„Ich schaue im Sommer etwa einmal in der Woche nach den Bienen“, sagt er. Das sei wichtig, denn er müsse kontrollieren, ob die Völker gesund seien und wie sie sich in der Größe entwickeln. Wird ein Volk zu groß, ist also ein „starkes“ Volk wie Böhle es ausdrückt, wird es ihm zu eng im Kasten. Vergrößert der Imker den Platz im Bienenhaus dann nicht, kann es sein, dass sich ein Volk teilt und die Hälfte der Bienen abwandert.

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So arbeitet der Ergster Imker Bernd Böhle mit seinen Bienen

Vom Blütennektar bis zum fertigen Honig ist es ein langer Weg. Wir haben den Ergster Imker Bernd Böhle bei seiner Arbeit begleitet. die entscheidende Frage: Wie kommt der Honig denn nun ins Glas?
18.08.2017
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Imker Bernd Böhle hält die traditionelle Imkerkleidung hoch. Sie schützt den Imker vor Bienenstichen. Zur Ausrüstung eines Imkers gehören dicke, lange Lederhandschuhe, eine helle Jacke und ein Hut, ein Besen, um Bienen von den Waben zu fegen, ein Stockmeißel, um die klebrigen Kästen und die Waben von einander zu trennen, und eine Imkerpfeife.© Foto: Bernd Paulitschke
Ein Bienenvolk kann man heute einfach kaufen. Es ist aber auch möglich, Bienenköniginnen zu kaufen. Sie werden mit der Post verschickt und sitzen dann in so einem kleinen Käfig.© Foto: Bernd Paulitschke
Mit der Zange kann ein Imker die Königin der Bienen einfangen. Das ist beispielsweise nötig, um die Königin mit einem Punkt, der ihr Geburtsjahr angibt, zu kennzeichnen.© Foto: Bernd Paulitschke
Durch die Kennzeichnung kann ein Imker dann die Biene nicht nur besser finden, sondern auch schneller ihr Alter erkennen. Es gibt weiße, gelbe, rote, grüne und blaue Punkte. Sie sind Jahreszahlen zugeordnet. Das Jahr 2016 war ein weißes Jahr, 2017 ist ein gelbes, 2018 geborene Königinnen tragen also im kommenden Jahr einen roten Punkt.© Foto: Bernd Paulitschke
Viele männliche Drohnen leben im August nicht mehr, da sie sterben wenn sie die Königin begattet haben. Königinnen lassen sich in ihren ersten zwei Lebenswochen von 10 bis 15 Drohnen begatten. Dann haben sie für ihre drei bis vier Lebensjahre genügend Samen gesammelt und legen bis zu 2000 Eier am Tag, sagt Böhle.© Foto: Bernd Paulitschke
Bevor der Honig im Glas landet, ist für Imker und Bienen viel zu tun. Wenn der Imker an die Bienenkästen geht, rüstet er sich, um nicht gestochen zu werden. Damit der Imker die Brutwaben von den Honigwaben trennen kann, sind diese in unterschiedlichen Abteilen der Kästen untergebracht. Sie sind so abgetrennt, dass die große Königin, welche die Eier legt, nicht in die Honigwaben klettern kann. Dort kommen nur die kleinen Bienen rein, die Arbeiterinnen. "Schließlich wollen wir keine Brut ausschleudern", so der Imker.© Foto: Bernd Paulitschke
Imker Böhle sprüht Rauch ins Bienenvolk. Das hat einige Vorteile: Die Bienen sind alarmiert, da sie sich auf ein Feuer einstellen. Sie ziehen sich auf die Waben zurück und saugen den Honig aus den Waben ein, um bei Gefahr mit dem Honig fliehen zu können. Geht der Imker wieder, können die Tiere den Honig wieder in die Waben abgeben. Der Rauch führt auch dazu, dass die Kommunikation der Bienen gestört wird und sie ruhiger bleiben. So kann der Imker besser arbeiten.© Foto: Bernd Paulitschke
Die Waben bekommt Imker Böhle nicht mit bloßen Fingern aus dem Kasten, dafür braucht er einen Stockmeißel. Sie sind nämlich sehr klebrig, weil die Bienen zum Schutz vor ungebetenen Gästen alle Löcher im Kasten mit Harz abdichten.© Foto: Bernd Paulitschke
Die Wabe, die der Imker mit seinen Lederhandschuhen behutsam in die Höhe hält, wurde erst Mitte Juli "geschleudert". Der Wintervorrat, den die Bienen angelegt haben, ist also an den Imker gegangen. Deswegen müssen die Bienen gefüttert werden, damit sie nicht verhungern. Böhle erntet den Honig zwei Mal im Jahr: Im Juni und Mitte Juli. Danach bietet die Natur den Bienen nicht mehr genügend Futter.© Foto: Bernd Paulitschke
Wie entsteht also der Honig? Die Bienen-Arbeiterinnen sammeln fleißig Nektar. Der wird weitergegeben und als halbreifer Honig in den Waben abgelegt. Ist der Honig alt genug, holt der Imker die Waben ab, bricht sie auf und schleudert den Honig mit einer Honigschleuder heraus. Danach wird der Honig zwei Mal gesiebt, denn im geschleuderten Honig sind noch Rückstände von Bienenwachs enthalten. Er wird in Eimer abgefüllt und muss dann ein paar Tage abgedeckt stehen. So schwimmt das restliche Wachs nach oben und alle Rückstände werden mit einem Schaber entfernt. Das nennt man dann "Abschäumen", erklärt Imker Böhle. Der fertige Honig hat keine Zusätze, er bleibt ein reines Naturprodukt.© Foto: Bernd Paulitschke
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Sie lassen ihre Königin zurück und züchten eine neue heran. Abwandernde Bienen nehmen dann auch einen Teil des Honigs mit. Außerdem kann es sein, dass ein zu starkes Volk ein schwächeres überrennt. Daher ist es im Interesse des Imkers, immer auf die Größe der Völker zu achten und in der Balance zu halten.

Bienen sind überlebenswichtig für Natur und Menschen

Der Beruf des Imkers ist vielseitig. Und er ist wichtig, denn weltweit gehen die Bienenbestände zurück. Bienen werden bedroht durch eingeschleppte Krankheitserreger, aber auch durch Methoden der modernen Landwirtschaft. Ihr Aussterben hätte fatale Folgen für die Menschheit. Bienen verhelfen nämlich Nutz- und Wildpflanzen zu gutem Samen- und Fruchtansatz. Ohne die Bestäubung sind Flora und Fauna, letztlich auch der Mensch gefährdet.

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