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Sokolowsky-Prozess: Für Büfett zuwenig gezahlt?

SCHWERTE Entweder bekamen die Gäste schlechteres Essen als auf der Karte angekündigt, oder die Gastronomie zu wenig Geld. Das ist das Zwischenergebnis nach dem zweiten Verhandlungstag im Prozess der städtischen Bädergesellschaft gegen den Ratsherrn Rüdiger Sokolowsky und dessen Lebensgefährtin Ute Giedinghagen.

von von Heiko Mühlbauer

, 13.08.2008
Sokolowsky-Prozess: Für Büfett zuwenig gezahlt?

Als Zeuge war gestern Ex-Bäderchef Joachim Crefeld geladen. Der hätte eigentlich die Aussage verweigern können, denn noch wird wegen Untreue gegen ihn von der Staatsanwaltschaft ermittelt. Doch Crefeld wollte aussagen und zwar derart redefreudig, dass Amtsrichter Deipenwisch am Ende der Vernehmung kommentierte: „Ich mache jetzt Schluss bevor sich der Zeuge um Kopf und Kragen redet.“

Kern des Rechtsstreites ist die Frage ob der Ratsherr und seine Lebensgefährtin für ein Büfett anlässlich ihres Geburtstages im Januar 2005 derart wenig bezahlen mussten, dass es sich um ein sittenwidriges Geschäft handelt. Denn laut Quittung wurden gut 1300 Euro gezahlt. Nach einer Berechnung der Kämmerei betrugen aber die Kosten für das Bad für Büfett und Lieferung über 2000 Euro. Der Unterschied bestehe im Wareneinsatz, meinte Crefeld. Während auf der Speisefolge für die Gäste Melone mit Serrano-Schinken stand, habe es in Wirklichkeit winzige Melonenstücke mit Knochenschinken gegeben. Andere Bezeichnungen wie Bullen-Mozzarella habe man schlichtweg erfunden. Und die handverlesenen Pfifferlinge seien im Januar natürlich nicht frisch gewesen. „Und statt norwegischem Wildlachs in irischer Whisky-Beize, gab es Aldi-Lachs mit Racke Rauchzart?“, erkundigte sich Richter Deipenwisch scherzhaft.

Crefeld ging darauf nicht ein, erklärte aber: Es seien zudem erheblich weniger Gäste gewesen, als im Belegungsbuch und im Kostenvoranschlag genannt – 75 statt 100. Darüber hinaus habe er die Zutaten für die Hauptgerichte (Jungschwein-Tournedos, Wildschweinbraten und Fjordlachs) privat besorgt und mit den Auftraggebern abgerechnet. Richter Deipenwisch nahm es zur Kenntnis und vertagte das Ganze erneut. Fortsetzung folgt.

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