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Speckberg-Investor fordert Unterlassungserklärung

Leserbrief wegen Bauprojekt in Schwerte

Der Ton zwischen dem Düsseldorfer Architekten Dieter Bohne und seinen Kritikern wird immer rauer. Der Architekt verschickte jetzt eine Unterlassungserklärung an einen der Initiatoren der Bürgerinitiative gegen die Bebauung am Speckberg, Wolfgang Glate. Anlass ist ein Leserbrief, den Glate an unsere Redaktion geschickt hatte.

WESTHOFEN

, 24.04.2017
Speckberg-Investor fordert Unterlassungserklärung

Architekt Dieter Bohne möchte eine Wohnsiedlung auf dem Speckberg in Westhofen bauen.

Der Düsseldorfer Bauentwickler, Bohne, will auf einem Grundstück am Hohlweg in der Nähe der Autobahn eine Siedlung errichten. Viele Nachbarn fürchten dadurch unter anderem eine Überlastung ihrer Straßen und eine Verschandelung ihres Ausblicks. Bohne hingegen wirbt mit Zuzug und seinen sogenannten Wallhäusern, die auch die bestehenden Wohnhäuser rundherum vor dem Lärm der Autobahn schützen würden.

In der Unterlassungserklärung geht es aber nicht um das Bauprojekt an sich, sondern um den Investitionsplan. Im Leserbrief wurde bemängelt, dass bis jetzt kein klarer Investitionsplan vorgelegt wurde: "Bis heute ist trotz mehrmaliger Rückfragen der Bürger in verschiedenen Versammlungen nicht bekannt, wie der Investor ein solches Projekt stemmen will. Er selbst teilte den Bürgern mit, dass er sich solch ein Projekt nicht ,ans Bein binden' würde. Ein klarer Investitionsplan ist bis heute nicht genannt worden", hatte Glate darin geschrieben. 

Diese Behauptungen seien falsch, so Bohne. Wolfgang Glate solle sich verpflichten, diese Behauptungen nicht zu wiederholen. Glate erklärte am Montag auf Anfrage überrascht, dass er so ein Schreiben noch nicht erhalten habe. Die Redaktion hatte hingegen bereits am Vormittag per E-Mail eine Kopie dieses Schreibens erhalten.

Architekt hatte der Bauverwaltung Lügen vorgeworfen

Es ist nicht das erste Mal, dass der Bauentwickler aus Düsseldorf sensibel auf Vorwürfe dieser Art reagiert. Im Februar hatte er die Bauverwaltung öffentlich der Lüge bezichtigt, weil Stadtplaner Adrian Mork erklärt hatte, er gehe davon aus, das Bohnes Gesellschaft Bauwich nicht selber bauen, sondern nur fertige Baupläne vermarkten wolle. Die Bauverwaltung hatte dem Rat empfohlen, Bohnes Pläne abzulehnen. Im Rat war sie aber überstimmt worden. Am 9. Mai soll der Planungsausschuss erneut über das Thema beraten.

Wolfgang Glate und seine Mitstreiter haben die Nachbarn für Donnerstag, 27. April, 18.30 Uhr, ins Katholische Gemeindehaus, St.-Peter-Weg 2, eingeladen, um aus ihrer Sicht über die Pläne zu informieren.

 

Heiko Mühlbauer, Redaktionsleiter der Schwerter Lokalredaktion, mit einem Kommentar zu dem Streit:

"Es ist schon eine besondere Situation. Bauverwaltung und etliche Nachbarn sind sich einig: Sie wollen die Bebauung am Speckberg nicht. Der Rat entscheidet aber mehrheitlich für die Pläne des Investors. Normalerweise ist das eher andersherum. Und das macht die ohnehin schon schwierige Situation noch komplizierter. Zumal CDU und SPD sich in der Beurteilung der Lage auch nicht einig sind.

Doch egal wie schwierig es ist, dass Unterlassungserklärungen und die Androhung rechtlicher Schritte dem Investor beim Werben für sein Projekt weiterhelfen, darf getrost bezweifelt werden."

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