Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Speckberg in Schwerte wird nicht bebaut

Planungsausschuss

Am Ende war nur noch Thomas Keuthen von der WfS für eine Bebauung des Speckbergs. Der Antrag, einen Bebauungsplan für das Gelände zwischen der Autobahn A1, Schloßstraße und Hohlweg aufzustellen, wurde am Dienstagabend im Planungsausschuss mit großer Mehrheit abgelehnt.

WESTHOFEN

, 09.05.2017
Speckberg in Schwerte wird nicht bebaut

Planungsausschuss: Thema war unter anderem der Speckberg.

Die Wende hatte CDU-Sprecher Herbert Dieckmann eingeleitet. Er galt zunächst als Befürworter des Projekts, stimmte dann aber – wohl auch angesichts der massiven Bürgerproteste – gegen den Bau und sorgte so für eine solide Mehrheit.

Die Bürgerinitiative gegen die Bebauung des Speckbergs war mit etlichen Mitgliedern im Reisebus zum Rathaus gefahren. Ihr Sprecher, Ulrich Platthaus, gab sich nach der Entscheidung rundum zufrieden: „Wir sind überwältigt von der politischen Wende. Vor allem schön, dass die CDU noch mal umgedacht hat und dann sogar mit einem guten neuen Vorschlag kam“, so Platthaus.

Die Christdemokraten wollen nämlich, dass die Verwaltung Baulücken in Westhofen ermittelt und so Ersatzflächen für den Speckberg sucht. Ihr Antrag wurde einstimmig angenommen.

70 Familien sollten auf dem Speckberg wohnen

Auf dem Speckberg wollte der Düsseldorfer Architekt, Dieter Bohne, eigentlich rund 70 Familien ansiedeln. Das Baugebiet sollte mit sogenannten Wallhäusern gegen den Lärm der A1 abgeschottet werden. Die Stadtverwaltung war gegen das Projekt, weil sie unter anderem Lärmschutz und Verkehrssituation für nicht geklärt hielt. Anwohner befürchteten vor allem den Verkehrskollaps auf den engen Straßen am Rande Westhofens.

Lange war das Projekt öffentlich diskutiert worden. Dass es dabei nicht immer fair zugegangen sei, beklagten beide Seiten. Dem Investor und seinen Vertretern machten sowohl Politiker als auch Anwohner Vorwürfe, die Grenzen der Diskussion vor allem im Internet überschritten zu haben.

Doch auch Investor Bohne fühlte sich unfair behandelt. „Ich wurde zum heutigen Termin nicht geladen, im Gegensatz zur Bürgerinitiative“, klagte er. Und seine Finanzierungszusage habe er dem Bürgermeister vertraulich gegeben.

Neuer Investor konnte nicht geprüft werden

Die Frage, ob Bohne das Projekt, das mindesten 34 Millionen Euro kosten soll, überhaupt tragen kann, hatte lange die Diskussion beherrscht. Die Finanzierungszusage, die man jetzt kurzfristig erhalten habe, stamme von einem Unternehmen aus Malta, erklärte Stadtplaner Adrian Mork. „Da konnte die Verwaltung auf die Schnelle natürlich nichts überprüfen“, so der Stadtplaner.

Während SPD-Sprecher Heinz Haggeney gegen den Plan argumentierte, sah sein Westhofener Parteikollege, Stefan Kötter, durchaus Vorteile an dem Projekt. Er enthielt sich der Stimme.

Jetzt lesen

Architekt Dieter Bohne erklärte nach der Abstimmung, dass er den Beschluss sportlich nehme und „der Speckberg für ihn gestorben“ sei. In einem früheren Gespräch hatte der Investor erklärt, er habe ein Rückgaberecht an die ursprünglichen Eigentümer der Fläche, wenn dort nicht gebaut werden kann.

Lesen Sie jetzt