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Stolpersteine erinnern an die Familie Sternheim in Ergste

Gunter Demnig

Über 25 000 Stolpersteine hat Gunter Demnig schon verlegt. Am Freitag kamen in der Ergster Unterdorfstraße vier weitere für die Familie Sternheim hinzu.

ERGSTE

von Von Nicole Giese

, 13.08.2010
Stolpersteine erinnern an die Familie Sternheim in Ergste

Gunter Demnig verlegte Stolpersteine in der Ergster Unterdorfstraße.

Vor zweieinhalb Jahren war Gunter Demnig zuletzt in der Ruhrstadt. Seit 1993 verfolgt er das Projekt, das die Erinnerung an die Vertreibung und Vernichtung der Juden und anderer Opfer des deutschen Faschismus aufrechterhält. „Schauen sie mal, wie viele Kinder diese Familie hatte“, sagt Roswitha Bliese vom Heimatverein, die die Arbeitsgemeinschaft Stolpersteine bei den Nachforschungen zur Ergster Familie Sternheim unterstützte. Acht von zehn wurden Opfer des Holocaust.

Gewohnt hat die Großfamilie in der Unterdorfstraße 24. Heute existiert das Gebäude nicht mehr. Recherchen ergaben, dass es sich in Höhe der heutigen Nr. 42 befunden haben muss. Hier lässt Demnig vier Steine in den Asphalt. Henriette, Rosalie und Ella Sternheim sowie Toni Kettler (geb. Sternheim) hat er in die glänzenden Messingplatten geprägt, Geburtsdatum, Deportationsjahr und Todesort sind ebenfalls zu lesen. 95 Euro kostet ein solcher Stein. Für zwei von ihnen hatte die Ergsterin Anneliese Wehrenpfennig noch zu Lebzeiten die Patenschaft übernommen. Sie wollte damit an ihre Tante Ida Ovelgönner erinnern, die früher auf dem Hof gelebt hatte und die Dienste der Weiß-Näherinnen der Familie Sternheim in Anspruch nahm.

Drei weitere Stationen standen am Freitag auf der Liste von Gunter Demnig. In der Grooven Wiese soll er an Frieda Jonassohn erinnern, im Kirchhofsweg an Leopold Sternheim, der hier 1882 als erstes von zehn Kindern der Familie Robert und Auguste geboren wurde. Zum letzten Mal holte Demnig seine Eimer vor dem Schwerter Rathaus aus dem roten Wagen. Der Förderverein für die Städtepartnerschaft Nowy Sacz will hier mit einem Stolperstein auf das Schicksal des jüdischen Zwangsarbeiters Julian Banas aufmerksam machen, der 1942 im Ergster Wald hingerichtet wurde. Im Oktober ist dann ein Rundgang zu allen neuen Steinen geplant.

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