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Tierarzt muss für Not-Operation von Kater Jamie Geld nehmen

Nagel im Kopf

Ein Tierarzt darf nicht umsonst behandeln - das betont die Ärztekammer. Und unterstützt damit einen Schwerter Arzt, der einen misshandelten Kater not-operiert hat. Denn die Frau, die das Tier in die Praxis gebracht hatte, will dafür nicht zahlen.

SCHWERTE

von Von Heiko Mühlbauer

, 29.06.2012
Tierarzt muss für Not-Operation von Kater Jamie Geld nehmen

Kater Jamie hatte einen Nagel im Kopf - durch das Auge bis in die Schädelhöhle.

Dass ein Tierarzt nicht umsonst behandeln darf, betont der Vorsitzende der Tierärztekammer Westfalen-Lippe Hans-Joachim Reichstein auf RN-Anfrage. Nur wenn vor der Behandlung ein entsprechender Vertrag geschlossen worden sei, könne es in bestimmten Fällen Ausnahmen von dieser Regel in der Gebührenordnung geben. Damit gibt der Kammer-Chef dem Schwerter Veterinär recht, im Streit um die Not-Operation der Katze Jamie.

 Dem Kater hatte ein Tierquäler einen Nagel durchs Auge getrieben, mit einer aufwändigen Operation konnte er gerettet werden. Die Frau, die damals das Tier zum Arzt brachte, will aber die Rechnung nicht bezahlen, weil es sich nicht um ihre eigene Katze handeln würde, sondern um einen wild lebenden Freigänger, der nur von ihr gefüttert würde. Der Tierarzt betonte noch einmal, dass er dies erst jetzt erfahren habe und es im Vorfeld auch keine Hinweise darauf gab, dass die Frau nicht die Halterin ist. „Wir hätten dann sicher eine Lösung gefunden“, betont er.

 Die rechtliche Lage wird von vielen Tierfreunden ohnehin falsch eingeschätzt. Denn nicht nur der Halter eines Tieres hat eine Fürsorgepflicht, sondern auch, wer ein Tier regelmäßig füttert und sich darum kümmert. Deutlich wird das in Schwerte in der Satzung zur Kastration freilaufender Katzen. Hier ist ausdrücklich fest gelegt, dass jemand, der freilaufende Katzen füttert, auch für die Kosten der Kastration aufkommen muss.  

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