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Urlaub der anderen Art: Drei Wochen zu Fuß durch Nepal

SCHWERTE Als Rucksacktourist durch Nepal: Für viele ein Traum - für den Schwerter Werner Stawitzke wurde seine Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis.

von von Holger Bergmann

, 22.08.2008

Die Luft ist so klar, wie sie nur sein kann, wenn das nächste Auto 100 Kilometer entfernt ist. Der Horizont ist eine schneebedeckte Linie, die an manchen Stellen 8.000 Meter hoch ist – und der Weg dorthin dauert rund drei Wochen. Zu Fuß.

Werner Stawitzke (63) hat sich seinen Traum von einem Hochgebirgs-Wanderurlaub in Nepal erfüllt, und dabei eine der ursprünglichsten Formen von Rücksacktourismus für sich entdeckt. Ein Abenteuer, das viele in ihrer Jugend machen, das hat sich der Lehrer für Politik-, Wirtschafts- und Soziallehre damit erst kurz vor seiner Pension erfüllt.

Bei der Gestaltung seines Urlaubes profitierte er davon, dass das arme Land Nepal touristisch bereits sehr professionell erschlossen ist. "Ich musste nur den Flug nach Katmandu buchen", sagt Werner Stawitzke. Vor Ort gab es Agenturen, die ihm einem Englisch sprechenden Führer vermittelten. Auf Wunsch hätte er auch noch einen Träger für das Gepäck buchen können.

Zusammen mit Shusil, einem erfahrenen Brahmanen (die höchste Kaste), machte er sich auf den rund 200 Kilometer langen Rundkurs zum Annapurna Basis-Camp. Annapurna ist ein Bergmassiv des Himalaya mit vier Gipfeln, die als besonders schwer gelten. Die Berge zu besteigen, stand für Werner Stawitzke nicht zur Diskussion. "Das Basislager zu erreichen, war schon Herausforderung genug", so der Wanderfreund.

Abenteuerliche Unterkünfte Auf seinem Weg mit dem Führer freute sich der Schwerter in Nepal über einen zweiten Aspekt gelungener Tourismus-Erschließung. Immer im Abstand eines Tagesmarsches gab es Herbergen, so dass das Duo nicht unter freiem Himmel übernachten musste. "Ich war froh über die Hotels, aber ich war auch froh über meinen Rucksack. So musste ich die Betten nicht berühren", erinnert sich Werner Stawitzke mit Schaudern.

Ein Erlebnis waren auch die sanitären Einrichtungen. "Die Duschen waren Wellblech boxen", so der 63-Jährige. "Leider entsprachen die Maße denen von Nepalesen, und die sind viel kleiner als wir Europäer."

Unterwegs genoss der Schwerter die Einsamkeit der nepalesischen Landschaft. Nur hin und wieder merkte er, dass der Annapurna-Rundkurs eine etablierte Größe im Kursbuch von Trekking-Freunden ist. "Mich haben die Frauen beeindruckt, die sich alleine mit einem Führer auf den Weg gemacht haben", so Werner Stawitzke.

Ein Höhepunkt der Tour war für ihn ein Bad in der heiligen Quelle von Tatopani. Auch wenn zwei badende Frauen einen Ausrutscher von Werner Stawitzke als Annäherungsversuch werteten.Blutsaugende Tausendfüßler

Als nervig empfand Stawitzke gewisse Aspekte der örtlichen Fauna. "Da gibt es blutsaugende Tausendfüßler. Nur ein paar Millimeter lang. Die klammern sich beim Gehen an die Schuhe, krabbeln dann in die Socken und dann spürt man, wie es piekst. Sehr unangenehm."

Mit dem spartanischen Speiseplan kam Werner Stawitzke zunächst gut zurecht. "Reis, Linsen, Gemüse, da hatte ich keine Probleme mit." Erst in der Ruhewoche nach Abschluss der Wanderung erwischte es ihn - eine Magen-Darm-Infektion, gegen die auch die Ärzte in Schwerte kein Rezept hatten. "Die meinten, da muss ich durch."

Der kleine Rückschlag hat Werner Stawitzke nicht entmutigt. Im Gegenteil. Im nächsten Jahr soll es eine ähnlich Tour geben. Dann aber zum Basislager des Mount Everest.

 

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