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Von der Grün-Rad beim Fahrradsommer mit von der Partie

SCHWERTE Ein mobiles Museumsstück radelte mitten unter ihnen. Doch davon ahnten die rund 55 Fans der Ruhrgebiets-Historie nichts, die der „Fahrradsommer der Industriekultur“ gestern in der Morgensonne zur Rohrmeisterei lockte.

von Von Reinhard Schmitz

, 24.08.2008

Sie hatten keinen Blick übrig für das mattschwarze „Peugeot Milano“, auf dessen Sattel sich einst Schriftsteller Max von der Grün schwang. Peter Chmielewski hält das Erbstück des „Vorstadtkrokodile“-Autors aktiv in Ehren. Hervorragend in Schuss gehalten, fiel der Methusalem der Radbaukunst in dem mit allen Raffinessen gespickten Fuhrpark auch nicht weiter auf. „Alles gutes Material“, lobte Heinz Manns und zeigte mit Kennermiene etwa auf die modernen Leuchtdioden-Rücklichter. Deshalb hielt der Experte des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFS) auch ein waches Auge auf die Zweiräder, während ihre Besitzer von Tobias Bäcker durch die Rohrmeisterei geführt wurden.

Mit immer neuen Erklärungen zu seiner Denkmalhalle braucht sich der Stiftungsvorstand künftig nicht mehr den Mund fusselig zu reden. Denn vor seinem Backsteingiebel hatte der Regionalverbund pünktlich zum Start der Radtour eine neue Info-Stelle aufgestellt. Eines von mittlerweile 1400 Schildern, die von der Autobahn bis hin zu den Perlen der Industriekultur geleiten. „Die Zeche Zollverein ist unser Kölner Dom“, sagte selbstbewusst der stellvertretende Regiondirektor Dr. Peter Rommelspacher. Mit Elan baut er das Projekt aus, das bei der Internationalen Bau-Ausstellung Emscherpark (1989-1999) geboren worden ist: „Inzwischen umfasst es 25 Ankerpunkte – einschließlich der Rohrmeisterei.“ In Szene gesetzt werden sie von den Etappen des Fahrradsommers, deren fünfte entlang von Ruhr und Lenne zum Hagener Hohenhof führte. „Das Schöne ist, dass man immer neue Projekte kennen lernt“, trat der Mülheimer Dietmar Prell gespannt in die Pedale der 28-km-Tour. Für den persönlichen Rekord des Ergsters Wolfgang Thiemann reichte diese Länge allerdings nicht. „Mir fehlen noch 240 km, dann hätte mein Drahtesel die 40 000 voll“, bedauerte der Vielfahrer.

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