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Wasserwerke: Wildes Schwimmen verboten und gefährlich

SCHWERTE Sommer, Sonne, Vandalismus: Ingo Becker sieht Schwimm-Ausflügen in der Ruhr mit „zwei weinenden Augen“ entgegen.

von von Anne Petersohn

, 01.08.2008
Wasserwerke: Wildes Schwimmen verboten und gefährlich

Diese Badegäste genossen gestern die Sonne an der Ruhr in Villigst. Gerade hierher kommen viele Schwimmer.

„Wir beobachten in unserem Bereich eine deutliche Zunahme an Badenden“, sagt der Geschäftsführer der Wasserwerke Westfalen. Immer wieder würden die Schwimmer dabei gegen Vorschriften verstoßen – und auf der Suche nach Abkühlung an heißen Sommertagen auch in Wasserschutzgebiete eindringen. „Die Leute baden in Ruhrabschnitten, in denen sie nicht baden dürfen“, so Becker. „Und sie zerstören mutwillig Zäune und Absperrungen, um an diese Abschnitte heranzukommen.“

Der Vandalismus der Schwimmer mache die Wasserwerke „sehr zornig“. Gerade an den alljährlich beliebten Bade-Stellen sei die Zerstörung spürbar – in Wandhofen ebenso wie an der Stauanlage in Villigst. „Immer wieder werden Teile dieser Anlage zerstört, weil sie als Sprungturm genutzt werden“, so Becker. Diese Fälle würden bei der Polizei angezeigt. Denn die Ruhr sei kein ausgewiesenes Badegewässer. „Das Baden ist hier nicht erlaubt, es wird nur geduldet“, erklärt Becker.

Schließlich eigne sich die Ruhr nicht an allen Stellen zum Schwimmen – es könne sogar, wie in Villigst, gefährlich werden. „Die Stauanlage wird hoch- und runtergefahren“, so Becker. Und dabei könnten Badende von einer Schwallspülung überrascht werden. Auch die Wasserqualität sollten Schwimm-Liebhaber im Blick behalten. „In die Ruhr werden gereinigte Abwässer eingeleitet“, sagt Monika Raschke vom Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz. Die darin enthaltenen Keime könnten krank machen – im harmlosesten Fall als Durchfall oder Magen-Darm-Beschwerden. Weil die Ruhr nicht als Badegewässer ausgewiesen sei, werde das ungefilterte Wasser nicht auf solche Erreger geprüft. „Die gesundheitliche Unbedenklichkeit des Badens wird also niemand bescheinigen“, so Raschke.

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