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China liefert nach Geisecke

Berufsschul-Delegation zu Gast beim Handelsunternehmen Fleischhacker

Die Firma verkauft weltweit und kauft auch global ein, zum Beispiel in China. Asienkaufleute sind deshalb bei Fleischhacker gefragt – und werden von der Chefin besonders gefördert.

Geisecke

, 16.05.2018
China liefert nach Geisecke

Hassan Hermi (r.) und Melissa Dammers (stehend dahinter) zeigen den chinesischen Auszubildenden ihren Arbeitsplatz. Firmenchefin Martina Fleischhacker (4.v.l.) fördert den Austausch aktiv. © Bernd Paulitschke

Als Hassan Hermi und Melissa Dammers ihre Ausbildung als Groß- und Außenhandelskaufleute bei Fleischhacker, dem Schwerter Handelsunternehmen für Medizin- und Labortechnik, begannen, hatten sie mit China nicht viel am Hut. Inzwischen lernen sie am Hansa-Berufskolleg in Unna neben allen anderen Fächern auch Chinesisch, berufsbezogenes Englisch und fachliche Inhalte des internationalen Handels und freuen sich auf eine Reise nach Shanghai im September. Die beiden Azubis streben die Zusatzqualifikation „Asienkaufmann/-frau“ an, kurz vor dem Ende ihrer Ausbildung werden sie die Extra-Prüfung bei der IHK Dortmund ablegen.

Gemeinsam mit Firmenchefin Martina Fleischhacker begrüßten die beiden Auszubildenden am Dienstag im Unternehmen in Geisecke Austauschschüler aus Shanghai, die in ihrer Heimat eine ähnliche Ausbildung machen und zum „Job-Shadowing“ in den Kreis Unna gekommen sind.

Ehrung fürs Berufskolleg

Zheyu Xie und Chenyan Yu gehören mit Projektleiterin Xuhua Qian zu einer Delegation der „Shanghai Economic Management School“, die seit 2014 Partnerschule des Berufskollegs ist. Für diese Partnerschaft wird das Berufskolleg am Donnerstag geehrt: Es bekommt die Plakette der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ (Pasch), die vor zehn Jahren auf Initiative des damaligen Außenministers Frank-Walter Steinmeier gegründet worden ist. Weltweit haben sich mehr als 2000 Schulen angeschlossen, darunter etwa 200 Partnerschulen in Deutschland. Die Initiative hat bisher alle sechs Schüler-Begegnungen zwischen Shanghai und Unna gefördert, das Goethe-Institut unterstützt die Economic Management School darüber hinaus durch Lehrerfortbildungen, Jugendsprachkurse und Bildungsprojekte.

Wie Thomas Holzhausen, Bereichsleiter Groß- und Außenhandel am Hansa-Berufskolleg, und Projektkoordinatorin Marion Kadoch bei ihrem Besuch bei Fleischhacker erklärten, soll die Schulpartnerschaft unter anderem die beruflichen Perspektiven der Schüler im globalen Wettbewerb verbessern. Das funktioniert offenbar, denn Martina Fleischhacker ist voll des Lobes über die Asienkaufleute: „Wir haben durchweg positive Erfahrungen gemacht.“


Gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt

Und auch in China, das bestätigt Xuhua Qian, haben ihre Schüler gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Neun junge Chinesen, die daheim sieben Stunden Deutsch lernen pro Woche, sind mit nach Deutschland gekommen und werden mit ihrer Gruppe nicht nur Kooperationsunternehmen der deutschen Partnerschule besuchen, sondern auch einen Ausflug zum Duisburger Binnenhafen machen, wo die Güterzüge der direkten Verbindung zwischen China und dem Ruhrgebiet ankommen und abfahren.

Wenn Hassan Dermi und Melissa Dammers im September nach Shanghai fahren, werden sie dort Zulieferbetriebe der Fleischhacker GmbH besuchen und sich in der Millionen-Metropole einen Eindruck vom chinesischen Geschäftsleben verschaffen.

Wie es sich in Shanghai so wohnt, werden die deutschen Gäste im September auch erfahren, denn die Unterbringung in Gastfamilien ist auch bei diesem Schüleraustausch üblich. Allerdings werden die Deutschen nur am Wochenende private Gäste sein, während der Woche bleiben sie in Hotels. Marion Kadoch erklärt den Grund: „In chinesischen Metropolen ist es durchaus üblich, dass viele Menschen auf engstem Raum zusammenleben. Da ist dann kein Platz mehr für einen Gast, der eine solche Enge nicht gewohnt ist.“

Die Fleischhacker GmbH & Co. KG kauft und verkauft Medizin- und Labortechnik an Krankenhäuser, Ärzte und Rettungsdienste. Im Ausland beliefert das Unternehmen auch Hilfsorganisationen, wie die Weltgesundheitsorganisation, die Vereinten Nationen und das Rote Kreuz. Im Logistikzentrum an der Silberkuhle werden über 12.000 Artikel bevorratet. Seit 2007 beschäftigt sich Fleischhacker außerdem mit der Herstellung und dem Vertrieb der Software MediConnect® für das Managen aller klinischen Prozesse in Krankenhäusern und Arztpraxen. China ist für das Unternehmen ein wichtiger Lieferant für Medizinprodukte.
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