Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Angeklagter muss Sozialstunden leisten

Bewaffneter Drogenhandel in Schwerte: Bewährungsstrafe

Der Angeklagte mochte es kaum glauben: Er kommt nach bewaffnetem Dorgenhandel mit einer Bewährungsstrafe und 200 Sozialstunden davon.

Schwerte/Hagen

, 22.05.2018
Angeklagter muss Sozialstunden leisten

Das Urteil fiel am Landgericht Hagen. © picture alliance / dpa

So ganz schien der ehemalige Security-Mann dem Braten auch nach der Urteilsverkündung am Hagener Landgericht noch nicht zu trauen. „Hab ich echt Bewährung gekriegt?“, fragte er die Vorsitzende Richterin. Diese nickte: Wegen bewaffneten Drogenhandels hatte die Kammer den 23-Jährigen zuvor mit einem Jahr und fünf Monaten Haft bestraft.

„Wir geben Ihnen damit eine echte Chance“, sagte die Vorsitzende zum Angeklagten. „Sie sollten diese nutzen.“

Im März 2017 war der Schwerter in der Nähe der Musikschule dabei beobachtet worden, wie er im Kofferraum eines Autos Drogen umpackte. Ein Polizist hatte sich der Szene genähert und später keine Mühe gehabt, den jungen Mann davon zu überzeugen, dass auch er mal einen Blick in den Kofferraum werfen wollte. „Da lagen Drogen, Klemmverschluss-Tüten und ein Baseballschläger“, erinnerte sich der Polizist am Dienstag im Zeugenstand.

Jetzt lesen

Vor allem die Waffe hätte dem Angeklagten fast richtig Ärger eingebracht. Denn für bewaffneten Drogenhandel sieht das Gesetz im Regelfall eine Haftstrafe von mindestens fünf Jahren vor. Die Hagener Richter ließen im Fall des früheren Security-Mannes aber noch einmal Milde walten. Marihuana sei eine weiche Droge, die Menge hätte auch deutlich mehr sein können und es gebe auch sicherlich deutlich gefährlichere Waffen als einen Baseballschläger. Ihr Fazit also: „Dies ist ein klassischer minderschwerer Fall.

Damit der Verurteilte seine Strafe aber auch zu spüren bekommt, muss er in den kommenden fünf Monaten öfter mal früh aufstehen. Insgesamt 200 Stunden Sozialarbeit hat der 23-Jährige abzuleisten. „Tun Sie das nicht, wird die Strafe widerrufen und Sie müssen doch noch ins Gefängnis“, sagte die Richterin.

Der Angeklagte will es so weit aber nicht kommen lassen. Sichtlich erleichtert nahm er noch im Gerichtssaal das Urteil an.

Lesen Sie jetzt