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Widerstand gegen Wegeprojekt zur Rohrmeisterei

Schicht 1 beschwert sich

Aus der Schwerter Altstadt formiert sich Widerstand gegen den Weg vom Wuckenhof zur Rohrmeisterei. Im Namen von Schicht 1 hat ein Rechtsanwalt einen offenen Brief an die Stadt geschickt. Rohrmeisterei-Vorstand Tobias Bäcker hat sich zu der scharfen Kritik geäußert - und kann sie teilweise verstehen.

SCHWERTE

, 02.10.2016
Widerstand gegen Wegeprojekt zur Rohrmeisterei

Ein Architektenwettbewerb soll Pläne für eine Verbindung zwischen Rohrmeisterei (oben r.) und dem Wuckenhof (unten M. /rotes Dach) schaffen.

Auf sieben Seiten führt Rechtsanwalt Professor Peter Nisipeanu aus, dass die Nachbarn der südlichen Altstadt seit Jahren unter Lärmbelastung und Vermüllung der Landschaft leiden würden. Grund dafür seien die immer zahlreicher werdenden kommerziellen Veranstaltungen der Rohrmeisterei.

„Mehr und mehr haben wir den Eindruck, dass die Altstadt ,rohrmeistereigerecht‘ aufbereitet wird“, so Nisipeanu in dem Brief. „Türenknallen, nächtliche Feuerwerke und laute Gespräche sowie Gejohle von Gästen auf dem Nachhauseweg rauben bereits seit langem vielen Nachbarn die Nachtruhe und Lebensqualität. Vandalismus und Vermüllung der Altstadt vor allem nach den sogenannten Abi-Feten kommen hinzu“, heißt es in dem Schreiben.

Die Schulfeiern würden in einem eng begrenzten Zeitraum im Sommer stattfinden, erklärte Rohrmeisterei-Vorstand Tobias Bäcker am Sonntag auf Anfrage. Sie seien vielleicht die problematischsten der Veranstaltungen, räumt er ein. Aber in diesem Jahr hätte es keine Beschwerden darüber gegeben. Außerdem bot der Stiftungsvorstand der Nachbarschaftsvereinigung Schicht 1 ein Gespräch über diese Problemfelder an.

Das wirft Peter Nisipeanu der Stadt vor:

  •  Auf dem Gelände stünden seit Jahren zwei See-Container, die zwar bauliche Anlagen im Sinne des Gesetzes darstellen, aber nicht genehmigt seien.
  • Obwohl die Rohrmeisterei nicht über ausreichend Parkplätze verfüge, habe man die Erweiterung um einen Balkon und damit 150 zusätzliche Besucher genehmigt.
  • Auf dem Landschaftspark im Wasserschutzgebiet würden immer wieder Besucher auf den unbefestigten Flächen parken. Auf Beschwerden darüber würde die Stadt genauso wenig reagieren, wie auf Beschwerden über Müll und Lärm.

Die Forderung, die Nisipeanu im Namen von Schicht 1 an den Bürgermeister erhebt: „Wir bitten Sie, das Wegeprojekt Wuckenhof zu stoppen“. Die Stadt veranstaltet derzeit einen Architektenwettbewerb, um eine Anbindung der Altstadt an die Rohrmeisterei zu bauen. Dafür gibt es Fördermittel des Landes. Noch sind drei Vorschläge im Rennen, zwei davon sehen einen Weg vom Wuckenhof über die angrenzende Gänsewiese in Richtung Rohrmeisterei vor.

Das sagt Tobias Bäcker von der Rohrmeisterei:

Was sagen sie zu den Vorwürfen des Schichts 1? Da sind Themen vermischt worden, da bitte ich darum, zu differenzieren. Zum einen gibt es den Plan einer Anbindung an die Altstadt. Der wird seit fünf Jahren so diskutiert. Derzeit läuft ein Wettbewerb mit Transparenz und Bürgerbeteiligung. Und zumindest einer der drei verbliebenen Entwürfe kommt ganz ohne eine neue Wegeverbindung aus.Und die anderen Punkte? Unter Müll und dem Erscheinungsbild öffentlicher Flächen leiden wir auch. Das ist ein sozialpolitisches Thema. Wenn sich viele Jugendliche am Wochenende an der Ruhr treffen, hat das nichts mit unseren Veranstaltungen zu tun. Da ziehen wir sogar mit Schicht 1 an einem Strang.Und der Vorwurf der Kommerzialisierung der Rohrmeisterei? Wir hatten noch nie so viele gemeinnützige Veranstaltungen, wie in diesem Jahr.

 

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