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Wo sich Mensch und Tier in Schwerte gemeinsam bestatten lassen können

Neue Gräberfelder

Die Beisetzung von Urnen mit der Asche des Haustiers neben dem Besitzer – das ist jetzt in Schwerte gleich auf zwei Friedhöfen möglich. Aber nicht alles ist erlaubt.

Schwerte

, 10.07.2018
Wo sich Mensch und Tier in Schwerte gemeinsam bestatten lassen können

Das neue Gräberfeld für die Bestattung von Menschen mit den Urnen ihrer Hautiere auf dem Evangelischen Friedhof Schwerte war bislang eine ungenutzte Wiese. © Bernd Paulitschke

Wenn die Tierliebe bis über den Tod hinausreicht, ist in Schwerte jetzt sogar eine gemeinsame letzte Ruhestätte möglich. Auf den Evangelischen Friedhöfen in Schwerte und Geisecke kann man Grabstätten auf extra eingerichteten Grabfeldern erwerben, in denen man die Asche des toten Haustiers zusammen mit seinem verstorbenen Besitzer beisetzen lassen kann. Wie Friedhofsverwalter Frank Schröer berichtet, sind diese Grabfelder mit Platz für 150 Gräber räumlich getrennt von den anderen Friedhofsgrabfeldern angelegt worden, damit sich andere Friedhofsbesucher von dieser Art der Bestattung nicht gestört fühlen.

Grabbeigabe erst nach dem Begräbnis des Besitzers

Die Asche des Tieres gilt dabei rechtlich als „Grabbeigabe“ und muss sich in einer Urne befinden. Auch wenn das Tier vor dem Menschen stirbt – es darf erst nach dessen Tod beigesetzt werden. In der Friedhofssatzung heißt es außerdem: „Durch die Gestaltung der Gräber und des Grabmals in diesem Grabfeld darf nicht der Eindruck erweckt werden, dass die Verstorbenen und die Tiere im Rahmen des christlichen Auferstehungsverhältnisses und der damit verbundenen Bestattungsriten gleichgestellt werden. Dies schließt insbesondere aus, dass die Grabbeigabe auf dem Grabmal namentlich oder bildlich erwähnt wird.“

Gleicher Preis für Grabstätten

Die Grabstätten werden zum selben Preis angeboten wie die normalen Grabstätten. Die Laufzeit beträgt 30 Jahre. Für das Begräbnis von Mensch und Tier gibt es ein paar wenige Einschränkungen: Das Tier darf nicht vor dem Besitzer begraben werden, auch nicht während des Begräbnisses des Menschen. Die Urne des Tieres kann Stunden später oder am nächsten Tag neben dem Sarg oder der Urne des Menschen beigesetzt werden. Wenn das Tier seinen Besitzer überlebt, kann es als Grabbeigabe noch Jahre später begraben werden.

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Aufbewahren zu Hause ist erlaubt

Erlaubt sind nur Haustiere, keine Nutztiere. Das Einäschern der geliebten Tiere organisieren spezielle Tierbestatter, denn die nächsten Tierkrematorien findet man in Willebadessen, Werl und Osnabrück. „Das Aufbewahren der Tierasche in einer Urne ist zu Hause gestattet“, sagt Martin Struck, Tierbestatter in Dortmund.

Idee kamm bereits vor sieben Jahren

Die Idee zu diesen neuen Gräberfeldern kam Frank Schröer bereits vor sieben Jahren, zunächst in der Variante, reine Tierfriedhöfe am Rande der Evangelischen Friedhöfe einzurichten. Diese Idee wurde verworfen, weil es bereits genug Tierfriedhöfe gibt. Daraus entwickelte er dann die Idee der gemeinsamen Gräber. „Wir haben zwar noch keine Anmeldungen, aber viele lobende Rückmeldungen bekommen“, so Frank Schröer.

Tiere gelten rechtlich als Sache und bei einer Beerdigung als Grabbeigabe. Für Grabbeigaben gibt es nur eine feste Regel: Der Gegenstand muss sich im Boden zersetzen können.

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