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Zeitgeschichte: Die Sammlung des Josef Spiegel

SCHWERTE Museumsgründer Josef Spiegel war für seine Sammelleidenschaft bekannt. Neben jeder Menge historischer Dokumente fanden sich in seinem Nachlass auch zahlreiche private Fotos und Papiere.

01.08.2008
Zeitgeschichte: Die Sammlung des Josef Spiegel

Der Krieg riss große Lücken in die Bausubstanz der Ruhrstadt.

Grabsteine auf dem Friedhof in Westhofen, Fotos von Kriegsschäden oder Flüsterwitze gegen den NS-Staat - die Sammelleidenschaft des Museumsgründers Josef Spiegel ging weit über Urgeschichte und klassische Heimatgeschichte hinaus. Bereits als Schuljunge sammelte Spiegel alles mögliche. Neben seinen archäologischen Funden besaß er eine große Münzsammlung. Später kam eine Bilddokumentation der Möhnekatastrophe hinzu. Viele seiner Fundstücke verleibte er seinem Museum ein. Doch auch in einem privaten Nachlass, der heute ebenfalls im Museum aufbewahrt wird, fanden sich erstaunliche Dinge.

Wie zum Beispiel eine riesige Fotoserie zur Inbetriebnahme der Ruhrbrücke nach dem Krieg am 12. Juni 1946. An jenem Mittwoch hatte der damalige Bürgermeister Kleinemeyer sogar das Rathaus schließen lassen. Lediglich für die dringlichsten Angelegenheiten blieben „Ernährungs- und Wirtschaftsabteilung“, sowie Einwohnermelde- und Standesamt geöffnet. Auch eine Bilderserie über ein Prominentenfußballspiel im Jahr 1953 dokumentierte er penibel mit Dokumenten, wie den Original-Eintrittskarten, Fotos und Zeitungsausschnitten. Damals trat eine Auswahl des Nordwestdeutschen Rundfunks mit Sportreporter Kurt Brumme und Schauspieler Renè Deltgen gegen Schwerter Honoratioren an.

Zu Spiegels Sammeleifer trug sicherlich auch die Tatsache bei, dass er in der zweiten Halbzeit selber im defensiven Mittelfeld auf dem Platz stand. Motto des Spiels: „Helft den Heimgekehrten“. Hauptgewinn der großen Tombola: Ein Eichenschlafzimmer. Über die Aufstellung der heimischen Mannschaft beriet übrigens ein eigens einberufener Ausschuss der Stadt. Große Teile des Nachlasses bestanden natürlich auch aus privaten Fotos. So hatte Spiegel vor allem die Aufnahmen aus seiner frühen Jugend, bevor er in der Ruhrstadt eine öffentliche Person wurde, aufbewahrt. Ein großer Teil des Nachlasses besteht auch aus einer Dokumentation der Kriegsschäden. Darunter sind spektakuläre Ansichten vom zerstörten Calvinhaus aus den letzten Kriegstagen.

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