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Zu wenig Durst: Zwei Wasserwerke vor dem Aus

GEISECKE Die Schieber für immer zudrehen wollen die Wasserwerke Westfalen (WWW) in zwei ihrer fünf Schwerter Wasserwerke. Denn die Bürger haben zu wenig Durst.

von von Reinhard Schmitz

, 29.08.2008

Der sinkende "Durst" von Haushalten und Industrie habe zu erheblichen Überkapazitäten geführt, erklärt Sprecherin Ulrike Hütter. Die Entscheidung, welche Anlagen stillgelegt werden, fällt möglicherweise noch in diesem Jahr. „Während die Werke im Schwerter Raum 1987 noch 84 Mio. Kubikmeter gefördert haben, waren es im Vorjahr nur noch 48 Mio. Kubikmeter“, verdeutlicht Ulrike Hütter.

Zu dieser Entwicklung habe einerseits die Stilllegung von Zechen, Stahlwerken und Brauereien geführt. Gleichzeitig sei der Verbrauch durch veränderte Produktionsprozesse und Wiederverwendung in Kreisläufen gesunken. Auch Privatkunden sparen mit modernen Waschmaschinen und Spülstopp-Tasten auf dem WC. Ursprünglich waren die fünf Schwerter Werke sogar noch für wesentlich größere Fördermengen ausgelegt. Hengsen (33 Mio. cbm/Jahr), Villigst (30 Mio. cbm), Ergste (20 Mio. cbm), Westhofen I (21 Mio. cbm) und Westhofen  II (24 Mio. cbm) haben ihre Möglichkeiten allerdings noch nie ausgereizt. Sie versorgen neben Dortmund und Schwerte noch Herdecke, Holzwickede und Iserlohn.

Druck auf die teilweise Stilllegung machen die bevorstehenden Riesen-Investitionen für eine weitergehende Aufbereitung des Trinkwassers. „Der Aufwand beträgt zwischen 20 bis 25 Mio. Euro pro Wasserwerk“, rechnet Ulrike Hütter vor, warum man keine überflüssigen Anlagen aufrüsten kann. Fit für die Zukunft Es müsse jeweils ein 20 m hohes Gebäude errichtet werden, in dem das Wasser mehrere weitere Reinigungsstufen durchläuft. Damit rüsten sich die WWW für steigende Anforderungen an die Wassergüte. Die zusätzliche Aufbereitungseinheit wird seit zwei Jahren in einer Versuchsanlage in Echthausen bei Wickede getestet. Dieses Wasserwerk hat – neben Halingen und Witten – Gelsenwasser beim Zusammenschluss mit den Dortmunder Wasserwerken in die WWW eingebracht. Alle Anlagen zusammen förderten im Vorjahr 104 Mio. cbm Trinkwasser.

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