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Essener Wohnungen durchsucht

Sechs Syrer unter Terrorverdacht festgenommen

Essen/NRW 500 Polizisten rücken in den frühen Morgenstunden in vier deutschen Städten, unter anderem in Essen, zu einer Terror-Razzia aus. Sechs mutmaßliche Islamisten aus Syrien wurden festgenommen. Sie sollen einen Anschlag in Deutschland geplant haben.

Sechs Syrer unter Terrorverdacht festgenommen

Ich sechs deutschen Städten, auch in Essen, hat die Polizei mit 500 Einsatzkräften am Dienstag die Wohnungen von mutmaßlichen IS-Anhängern durchsucht. Sechs Peronen wurden festgenommen. Foto: ANC-News Essen

Wieder eine Razzia wegen Terrorverdachts: Die Polizei hat am Dienstagmorgen in mehreren deutschen Städten sechs Syrer festgenommen. Die Männer im Alter von 20 bis 28 Jahren sollen als Mitglieder der Terrormiliz IS einen Anschlag auf ein öffentliches Ziel in Deutschland geplant haben, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt mit. Drei der Terrorverdächtigen wurden während der Durchsuchung von acht Wohnungen in Kassel festgenommen, die anderen in Hannover, Essen und Leipzig. Haftbefehle waren bis Dienstagnachmittag nicht beantragt worden.

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen waren die Anschlagspläne noch nicht sehr weit vorangeschritten. Die Männer seien bei Ausspähaktionen beobachtet worden. „Das Sicherheitskonzept hat gegriffen“, sagte der Sprecher der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft. Angaben über die Dauer der Ermittlungen gab es nicht.

Möglicherweise Anschlag auf Essener Weihnachtsmarkt geplant

Der Hessische Rundfunk (hr) berichtete unter Berufung auf Ermittlerkreise über einen geplanten Anschlag auf den Essener Weihnachtsmarkt. Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Mittwoch) meldete unter Berufung auf Ermittlerkreise, einer der Festgenommenen, ein 20 Jahre alter Asylbewerber, habe vor einiger Zeit mit anderen Personen vor einem Essener Einkaufszentrum Bilder gemacht.

Die Männer hätten sich als Architekturstudenten ausgegeben, seien damals aber bereits observiert worden. Die Ermittler seien hellhörig geworden, da es bereits im März eine Anschlagsdrohung auf das Zentrum in der Innenstadt gegeben hatte. Es blieb anschließend mehrere Tage geschlossen.

Am Dinestag gaben die Ermittler lediglich offiziell bekannt, die Anschlagsplanungen hätten sich gegen ein öffentliches Ziel in Deutschland gerichtet und seien noch nicht abgeschlossen gewesen. Hinweise auf ein konkretes Ziel gebe es noch nicht, sagte Staatsanwalt Christian Hartwig. Auch die Stadt Essen verweist – unter Berufung auf Generalstaatsanwaltschaft und Polizei – darauf, dass es keine konkreten Hinweise für ein Anschlagsszenario auf den Weihnachtsmarkt gebe.

Polizei durchsucht Wohnungen in Kassel und Essen

Mindestens einer der Terrorverdächtigen wurde in einer Wohnung im dritten Obergeschoss eines Kasseler Mehrfamilienhauses im Stadtteil Wesertor festgenommen. Nachbarn berichteten von einem lauten Knall im Treppenhaus gegen fünf Uhr morgens. Polizisten in Schutzkleidung und mit schweren Waffen hätten eine Tür gesprengt und die Wohnung gestürmt, in der laut Nachbarn mehrere aus Syrien stammende Personen gewohnt haben sollen.

So verlief die Razzia der Polizei in Essen

So verlief die Razzia der Polizei in Essen
So verlief die Razzia der Polizei in Essen
So verlief die Razzia der Polizei in Essen
So verlief die Razzia der Polizei in Essen
So verlief die Razzia der Polizei in Essen
So verlief die Razzia der Polizei in Essen
So verlief die Razzia der Polizei in Essen
So verlief die Razzia der Polizei in Essen
So verlief die Razzia der Polizei in Essen
So verlief die Razzia der Polizei in Essen
So verlief die Razzia der Polizei in Essen

In Essen wurden nach Angaben von NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) zwei Wohnungen durchsucht und ein Verdächtiger festgenommen.

Vier Verdächtige reisten als Asylsuchende ein

Vier der Verdächtigen waren im Dezember 2014 als Asylsuchende nach Deutschland eingereist. Die anderen kamen im August und September 2015. Rund 500 Polizeibeamte waren an den Durchsuchungen beteiligt. Dabei wurden nach Darstellung der Staatsanwaltschaft verschiedene Speichermedien wie Mobiltelefone und Laptops sowie Dokumente sichergestellt. Ermittelt wird wegen der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung und der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat.

Nach Informationen der Tageszeitung „Die Welt“ hatten andere Flüchtlinge die Ermittler auf die Spur der Verdächtigen gebracht. Diese Zeugen hätten angegeben, dass die Männer IS-Kämpfer in Syrien waren. Die Staatsanwaltschaft bestätigte dies zunächst nicht.

Durchsuchungen in Kassel gab es schon im vergangenen Jahr

Im vergangenen Jahr gab es in Kassel Durchsuchungen bei den Vorstandsmitgliedern eines salafistisch ausgerichteten Islamischen Kulturvereins. Der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) berichtete damals, dass nach Erkenntnissen der Ermittler mehrere Besucher der von dem Verein getragenen Moschee bereits nach Syrien ausgereist seien, um den IS zu unterstützen.

Deutschland ist seit langem im Visier islamistischer Terroristen. Regelmäßig kommt es zu Festnahmen von Terrorverdächtigen. Erst Ende Oktober hatten Spezialkräfte in Schwerin einen Syrer festgenommen, der einen islamistisch motivierten Bombenanschlag mit hochexplosivem Sprengstoff geplant haben soll. In seinem Fall waren die Vorbereitungen laut Sicherheitskreisen deutlich weiter als im Fall der nun festgesetzten Männer.

Im vergangenen Jahr hatte Deutschland mehrere terroristische Attacken erlebt. Der schwerste Anschlag war der Angriff auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin im Dezember vor einem Jahr. Der Attentäter war mit einem Lastwagen in den Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Breitscheidplatz gerast. Zwölf Menschen starben, Dutzende wurden verletzt.

dpa

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