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Sechster Brand in weniger als drei Wochen

Feuer in der Reichsstraße

Schon wieder hat es in der Reichsstraße im Bochumer Stadtteil Hamme gebrannt. Innerhalb von knapp drei Wochen war es der sechste Brand in dem Mehrfamilienhaus. Brandherd war zum vierten Mal der Keller - diesmal war es eine brennende Mülltonne, die die Feuerwehr auf den Plan gerufen hat.

BOCHUM

von Von Claudia Staudt

, 29.05.2012
Sechster Brand in weniger als drei Wochen

In weniger als drei Wochen hat es sechs Mal in diesem Mehrfamilienhaus an der Reichsstraße gebrannt.

Was die Bewohner des Mehrfamilienhauses an der Reichsstraße gestern Morgen wohl dachten, als der Rauchmelder im Keller Alarm schlug? Vermutlich: Nicht schon wieder! Sie haben Angst. Sie sind besorgt. Sie sind verärgert. Gegen sieben Uhr hörten die Bewohner in Hamme gestern den Alarm – ausgelöst durch einen Rauchmelder im Keller. Feuer. Schon wieder. Dem Alarm war es wohl zu verdanken, dass alle Hausbewohner bereits auf die Straße geflüchtetet waren, als kurze Zeit später die Feuerwehr eintraf. Verletzt wurde daher niemand. Dieses Mal nicht. Denn seit Wochen werden die acht Parteien des Hauses quasi vom Feuer verfolgt. Zum ersten Mal brannte es dort am 11. Mai, verletzt wurde niemand. Am 14. Mai musste die Feuerwehr erneut zu dem Haus – diesmal werden fünf Menschen mit Rauchvergiftungen in die Klinik gebracht. Am 18. Mai war es bei einem erneuten Brand ein Mensch, der ins Krankenhaus musste. Auch bei ihm: Rauchvergiftung. Auch am 20. und 22. Mai brannte es an der Reichsstraße, und alle sind ratlos: Bewohner, Besitzer, Feuerwehr und Polizei. Die Brände im Keller des Hauses, auf dem Dachboden und in einer Wohnung im zweiten Stock zerren an den Nerven.

Dann, am 23. Mai, wird ein Hausbewohner festgenommen. Aufatmen. Die Hoffnung auf ein Ende der Feuer-Serie wächst – und zerschlägt sich schnell wieder. Der Verdächtige, ein Hausbewohner, wird am selben Tag wieder freigelassen. Und gestern dann wieder: Feuer. „Ich kann das gar nicht glauben“, sagt Hausbesitzer Michael Schulze. Er wirkt hilflos. „Ich bin nicht nur überaus besorgt, sondern auch verärgert. Aber ich kann nicht mehr machen, als die Sache in die Hände der Polizei zu legen.“ Er mache sich Sorgen um seine Mieter. Zwar gehe es den Verletzten der vergangenen Brände wieder gut, aber die Angst sei nach wie vor da. „Ich habe meine Mieter besucht“, erzählt Schulze. „Ich bin sehr daran interessiert, dass es ihnen gut geht.“ Und jetzt der neue Brand. „Die sind natürlich überhaupt nicht begeistert.“ Es sei wichtig, dass der Verantwortliche so schnell wie möglich gefasst werde. Dieses Mal hatte im Keller eine Mülltonne Feuer gefangen. „In einer Nische stand ein Restmülleimer“, so Polizei-Pressesprecherin Kristina Räß. „Auf dem Deckel war etwas Heißes platziert worden, der Deckel schmorte durch, es entwickelte sich ein Schwelbrand.“ 25 Feuerwehrmänner rückten an, um zu löschen. Gegen halb acht war der Einsatz beendet.

Zurück bleibt ungläubiges Kopfschütteln. Die Polizei tue, was sie könne, versichert Räß: „Wir ermitteln auf Hochtouren.“ Und auch der Hausbewohner, der zwischenzeitlich festgenommen worden war, sei nach wie vor verdächtig. Details zu den Ermittlungen wolle und könne man jedoch nicht verraten. Was bleibt ist die Angst. Und jede Menge unbeantworteter Fragen: Wie werden die Hausbewohner jetzt geschützt? Was ist mit dem verdächtigen Mann? Und warum hat es nur einmal in einer Wohnung gebrannt?