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Angegriffene Großmutter verweigert Aussage

SELM Wegen Sachbeschädigung, Körperverletzung und Beleidigung musste sich ein 34-jähriger Selmer vor dem Schöffengericht in Lünen verantworten. Die Großmutter hatte ihren Enkel angezeigt, nachdem er sie angegriffen hatte.

von Von Heinz Greve

, 13.08.2008
Angegriffene Großmutter verweigert Aussage

Die Staatsanwaltschaft warf dem Selmer vor, Anfang November und am 29. November 2007 in der Wohnung seiner Großmutter am Dahlienweg in Selm Tische und Schränke beschädigt und einmal die Großmutter gewürgt, ihr die Luft abgedrückt und mit den Worten „alte Sau“ beleidigt zu haben.

Die Großmutter erstattete bei der Polizei Anzeige gegen ihren Enkel und stellte Strafantrag. In der Hauptverhandlung konnte sich der Angeklagte, der derzeit eine längere Freiheitsstrafe in der Justizvollzugsanstalt Recklinghausen verbüßt, an keinen der Vorfälle erinnern. Angeblich war er jedes Mal durch Drogen oder Alkohol „abgedreht“. Die als Zeugin geladene 76-jährige Großmutter verweigerte vor Gericht die Aussage. Von einer Strafanzeige und einer Anzeige gegen ihren Enkel wollte sie nichts mehr wissen. Ein weiter als Zeuge gehörter Cousin des Angeklagten hatte nach einem Zwischenruf durch seine Mutter ebenfalls keine Erinnerungen mehr, obwohl er bei den Vorfällen dabei war und die Polizei gerufen hatte.

Erst als die Gerichtsvorsitzende seine Mutter des Saales verwiesen hatte, wurden bei dem Cousin wieder Erinnerungen „wach“. Gleichwohl stellte das Gericht mit Zustimmung sämtlicher Prozessbeteiligten das Verfahren gegen den Angeklagten gegen Auflagen vorläufig ein, da sich Angeklagter und die geschädigte Großmutter offensichtlich wieder ausgesöhnt hatten.

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