Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Apotheker meldet vorsichtshalber Pikrinsäure

SELM / BORK Unscheinbar steht das kleine Fläschchen im Reagenziensatz jeder Apotheke. Der Inhalt: Pikrinsäure – im trockenen Zustand hochexplosiv. Gemeldet hat sich auf die Anfrage des Gesundheitsamtes Wolfgang Volkmer, Inhaber der St. Martin Apotheke in Bork. Die Pikrinsäure in seinem Reagenziensatz habe helle Kristalle aufgewiesen.

19.08.2008
Apotheker meldet vorsichtshalber Pikrinsäure

Nachdem das Schulministerium in NRW Schulen und Chemielabore angewiesen hatte, die gelagerten Bestände an Pikrinsäure zu überprüfen und es beispielsweise am Freiherr-vom-Stein Gymnasium und der Geschwister-Scholl-Gesamtschule in Lünen bereits kontrollierte Sprengungen durch Experten des Landeskriminalamtes gegeben hatte, wurden auch Apotheker dazu aufgefordert, die gelagerte Pikrinsäure zu kontrollieren.

  „Gemeldet werden soll Säure in kritischem Zustand“, erklärt Martin Volkmer, Pressesprecher der Kreispolizeidienststelle Unna. Im trockenen Zustand ist Pikrinsäure explosionsgefährlich und kann auf Reibung, Erwärmung und Schlag reagieren. Die Substanz kommt deshalb nur mit Wasser angefeuchtet in den Handel. „Ich bin meiner Verpflichtung nachgekommen, mich zu melden“, erklärt Wolfgang Volkmer. Für ihn sei dies eine reine Vorsichtsmaßnahme.  „Es kann sein, dass alles total harmlos ist, doch ich wollte lieber sicher gehen.“ Wolfgang Volkmer gehört damit zu insgesamt 23 Apothekern im Zuständigkeitsbereich der Kreispolizei Unna, die augenscheinlich eingetrocknete Pikrinsäure gemeldet haben. Experten des LKA werden die Säure nun in Augenschein nehmen.

„Akut besteht keine Gefahr, da die Säure in den Apotheken ordnungsgemäß gelagert wird“, betonte Polizeipressesprecher Martin Volkmer. „Eine kleine Menge Pikrinsäure – 40g – gehört zum Reagenziensatz jeder Apotheke“, erklärte Volker Brüning, Sprecher der Selmer Apotheken. Verwendet werden könne die Substanz zum Mikroskopieren, sei aber laut Brüning, in den meisten Apotheken „wohl noch nie gebraucht worden“. Durch ein Rundschreiben der Apothekerkammer Westfalen-Lippe wurden alle Apotheker auf die sichere Lagerung der Säure hingewiesen. „Die Informationskette ist sehr gut“, so Volker Brüning. Für ihn bestehe die Gefahr darin, dass eingetrocknete Reste der Säure an den Schraubverschlüssen des Aufbewahrungsgefäßes zurückgeblieben sein könnten.

Die Apothekerkammer weist daher daraufhin, dass es erforderlich sei, ein- bis zweimal jährlich zu prüfen, ob die Pikrinsäure phlegmatisiert, das heißt, mit Wasser bedeckt ist. Sollte dabei auffallen, dass die Pikrinsäure ausgetrocknet ist, so sei sie durch Zugabe von Wasser zu phlegmatisieren 

Lesen Sie jetzt