Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Bilanz: Sparkasse sieht Abkühlen der Konjunktur

SELM Weil sie offenbar fürchten, dass die Zeiten nicht besser, sondern schlechter werden, legen Bürger Geld auf die hohe Kante. Angstsparen heißt das Phänomen. Die Sparkasse Lünen spürt es: Um 14 Millionen Euro ist der Bestand an Spareinlagen und Wertpapieren im ersten Halbjahr 2008 gestiegen.

von Von Peter Fiedler

, 04.08.2008
Bilanz: Sparkasse sieht Abkühlen der Konjunktur

„Ich teile die Einschätzung, dass sich die Konjunktur abkühlt. Es wird insgesamt ruppiger“, erklärte Vorstandsvorsitzender Ulrich Fischer.

Die weltweite Finanzkrise sei noch nicht zu Ende, werde die Realwirtschaft erreichen. Die privaten Haushalte sieht der Sparkassenchef vor allem durch steigende Energiekosten belastet: „Woher soll da der private Konsum kommen?“ Im ersten Halbjahr konnte sich die Sparkasse über ein lebhaftes Kreditgeschäft freuen. „Es wurde vor allem von den gewerblichen Kunden getragen. Das löst Investitionen vor Ort aus“, so Fischer. Auffallend viele Unternehmen haben ihre Gewinne in die Tilgung von Krediten gesteckt.   „Unsere Kunden tilgen fast schon zu viel. Wir müssen jährlich 100 Millionen Euro im Neugeschäft machen, um den Bestand zu halten“, sagte Vorstandsmitglied Bernhard Schreiter.

Weitgehenden Stillstand konstatiert Schreiter für die Vermarktung des Gewerbegebietes Dieselweg in Bork, in die die Sparkasse zeitweise eingebunden war. Grundsätzlich, so Schreiter, sei die in dem Gewerbegebiet mögliche Kombination von Wohnen und Arbeiten durchaus attraktiv. Allerdings gebe es Konkurrenz durch Gewerbeflächen in besserer Lage. So sei die verkehrliche Anbindung des Gewerbegebietes Dieselweg nicht optimal. Absolut unbefriedigend aus Sicht des Vorstandes ist der von der Landesregierung verabschiedete Entwurf zur Novellierung des Sparkassengesetzes. „Da steht alles drin, was aus unserer Sicht Gift ist“, betonte Fischer. Er fürchtet, dass die geplanten Regelungen ein „Einfallstor für die Privatisierung der Sparkassen“ öffnen und „kommunales Vermögen Richtung Land verschoben wird“.

  Am Ende stehe de facto der Verlust der Selbständigkeit der Sparkassen. „Dieser Landesregierung traue ich alles zu“, meinte Schreiter, Wahrscheinlich komme es zu einem „heißen Herbst“ mit Protestaktionen. Fischer bittet schon jetzt um das Verständnis der Kunden, „wenn unsere Mitarbeiter dann mal alle nach Düsseldorf gehen werden.“

Lesen Sie jetzt