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Blitzerwagen des Kreises und der Polizei dürfen auf dem Gehweg stehen

Falschparken

Gerd Paduch hat sich über einen Blitzerwagen geärgert. Nicht, weil er selbst geblitzt wurde, sondern weil der Wagen auf dem Gehweg stand. Warum das erlaubt ist, erklären Polizei und Kreis.

Selm

, 04.09.2018
Blitzerwagen des Kreises und der Polizei dürfen auf dem Gehweg stehen

Das Blitzerauto des Kreises am Mittwochmittag auf der Römerstraße. © Gerd Paduch

Gerd Paduch wundert sich, als er einen VW-Caddy mit getönten Scheiben mitten auf dem Geh- und Radweg der Römerstraße parken sieht. Hier geht es um Knöllchen – allerdings nicht wegen Falschparkens, sondern wegen zu schnellen Fahrens.

„Nach meinem Empfinden ist das Gefährdung“, sagt Gerd Paduch. Er selbst ist passionierter Radfahrer und ärgert sich, wenn ein Radweg blockiert ist. „Aber auch Fußgänger mit einem Kinderwagen und einem Rollator müssten hier auf die Fahrbahn ausweichen, Rollstuhlfahrer sowieso. Und das nur, damit der Blitzerwagen des Kreises Unna Temposünder besser aufnehmen und anschließend zu Kasse bitten kann, wie er meint.“

Ausnahmeregelung für Messfahrzeuge

Der Selmer, der eine Straße weiter wohnt, macht ein Foto von dem vermeintlichen Falschparker mit hoheitlicher Aufgabe, schickt es dieser Redaktion und fragt: Ist das überhaupt erlaubt?

Ist es. Das antwortet Ute Hellmann, Sprecherin der Kreispolizeibehörde. Egal, ob ihre uniformierten Kollegen der Polizei oder die Mitarbeiter des Kreises Unna in Selm blitzten: Stets seien die Messfahrzeuge mit Sonderrecht und Ausnahmegenehmigung unterwegs. Sie dürfen unter anderem auf Geh- und Radwegen, aber auch an Bushaltestellen parken.

Seine acht Mitarbeiter bemühten sich, das Fahrzeug stets so abzustellen, „dass Fußgänger mit Kinderwagen oder Rollator noch vorbeikommen“, sagt Christian Bornemann, Leiter des Fachbereichs Bußgeldstelle und Verkehrssicherung beim Kreis. Wenn das mal nicht gelinge, wie es Gerd Paduch am Mittwochmittag auf der Römerstraße beobachtet hat, „kann auch jeder gerne die Kollegen ansprechen, die dann das Fahrzeug zur Seite stellen“.

Von Bürgern bestellt

Dass Bürger das Gespräch suchen mit den Kreismitarbeitern, komme regelmäßig vor, so Bornemann – aber weniger, um zu „möppeln“ als um zu loben. Die Tempomessungen auf der Römerstraße in Selm gingen schließlich auf Beschwerden aus der Bürgerschaft zurück. Messungen hätten bestätigt, was die Anwohner schilderten, so Bornemann: „Mehr als 15 Prozent der Fahrer sind zu schnell.“

Gerd Paduch findet, dass ein Fehler, Rasen, den anderen, Falschparken, nicht wettmacht. Und das, obwohl er selbst, wie er betont, kein Knöllchen bekommen habe.

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