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Blumengroßhändler liefert in alle Welt

SELM Grün, so weit das Auge reicht. Wahrlich, die Hallen der Firma Jungpflanzen Grünewald im Gewerbegebiet an der Kochstraße bergen einige ungewöhnliche Schätzchen für Floristik- liebhaber.

von Von Malte Woesmann

, 26.12.2007

Obwohl einige Pflanzen doch schon seltsame Namen haben. Bei "Verpiss dich" oder "Moskito Schocker" würde wohl keiner zunächst auf Pflanzen tippen, und doch sind diese beiden Produkte einer der Renner von Jungpflanzen Grünewald. Helfen sie doch, unliebsamen Katzenbesuch oder Moskitos von seinen Beeten fern zu halten.

Doch bis die Pflanzen ihre Wirkung im heimischen Garten erzielen können ist es ein weiter Weg. Und das in doppelter Hinsicht. Denn Grünewald produziert Stecklinge für Gärtnereien, die dann die Pflanzen fertig ziehen und an den Kunden verkaufen. Also ein Blumengroßhändler. Wobei groß schon fast untertrieben ist. 80 bis 100 Millionen Stecklinge liefert Grünewald pro Jahr an seine Kunden aus; und das in aller Welt. "Unser weitester Kunde sitzt in Australien. In diesem Jahr haben wir auch bereits nach Chile geliefert", weiß Ralf Schräder, Gärtnermeister und Betriebsleiter von Jungpflanzen Grünewald. Aufgezogen werden die Stecklinge im Ausland. Dazu unterhält die Firma mehrere Standorte, u.a. in Israel, Kenia oder auf den Kanarischen Inseln. "Die Mutterpflanzen werden dort kultiviert, die Stecklinge geerntet und anschließend nach Deutschland gebracht", so Schräder zum Produktionsablauf.

Fast alles Handarbeit

Dann landen die winzigen Stecklinge jeweils einzeln in einem kleinen von Papier ummantelten Blumentopf. Flinke Hände setzen jeden Steckling einzeln ein. Sowieso passiert bei Grünewald fast alles in Handarbeit. Vier bis fünf Wochen wachsen sie in dem großen Gewächshaus in Selm heran, schlagen dort Wurzeln und werden dann an die Kunden, u.a auch in Selm ausgeliefert. "Wenn es in den Gärtnereien so richtig los geht, dann ist bei uns die Saison schon vorbei", so Schräder.

Damit immer wieder neue farbenprächtige Pflanzen angeboten werden können, unterhält Grünewald sogar ein eigenes Labor und beschäftigt zwei Züchter. "So gibt es wirklich immer wieder neue Farben und Formen", betont der Gärtnermeister. Und an diesen können sich die Kunden, im Gegensatz zu den Katzen und Moskitos, erfreuen.

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