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Bürger stellen Liste mit Straftaten in Selm zusammen

Kritik an Polizeibehörde

Vandalismus, Einbrüche, Diebstahl und Brandstiftung. Die Liste der Straftaten, die Achim Sagurny und Mirko Kapuschenski seit Februar gesammelt haben, ist lang. Sie können nicht verstehen, dass die Kreispolizei die Öffentlichkeit nicht informiert.

SELM

von Von Malte Woesmann

, 01.06.2012
Bürger stellen Liste mit Straftaten in Selm zusammen

Einen ganzen Aktenordner füllen die Listen mit den Unterschriften, die Achim Sagurny und weitere Nachbarn in den vergangenen Monaten gesammelt haben.

 „Man kann fragen wen man will, irgendjemand ist in der letzten Zeit immer von Kriminalität in Selm betroffen gewesen“, sagt Sagurny. Da klang es für ihn wie ein Hohn, dass die Polizei im März stolz verkündete, dass es in Selm sicherer geworden sei.

Über Freunde und Bekannte haben Achim Sagurny und Mirko Kapuschenski nun die Liste von Straftaten aufgestellt, an der sie noch ein weiterer Punkt stört. „Nichts davon ist in der Zeitung erschienen.“ Er bemängelt damit aber nicht die journalistische Arbeit sondern die Arbeit der Kreispolizeibehörde in Unna.„Man hat das Gefühl, dass Straftaten bewusst nicht veröffentlicht werden, um die Bevölkerung in Sicherheit zu wiegen. Viele sind darüber erbost.“ Er kann nicht verstehen, dass die Polizei nicht vor einem Trickdieb warne, der zum Beispiel im Februar auf der Seilandstraße Schmuck aus einer Wohnung erbeutet habe. „Hier muss ich die Bevölkerung doch aufklären“, fordert er mehr Öffentlichkeitsarbeit der Polizei. Seit mehreren Wochen sammeln Sagurny und Kapuschenski daher Unterschriften, um auf diesen Missstand hinzuweisen. „Fast 1900 Unterschriften sind bisher zusammen gekommen“, freut sich Sagurny über den Erfolg.

Einige Listen mit hunderten weiterer Unterschriften sind sogar verschwunden, weitere noch im Umlauf. Der Zuspruch in der Bevölkerung ist also groß. „Wir fordern mehr Polizeipräsenz vor allem am Wochenende und in der Nacht in Selm“, sagt Achim Sagurny. Die Unterschriftenliste will er an Landrat Michael Makiolla, dem obersten Dienstherrn der Polizei im Kreis Unna, übergeben. „Wir wollen mit dem Landrat ein Gespräch“, so Sagurny. Bereits vor gut drei Jahren hatten Bürger eine Liste mit mehr als 2500 Unterschriften an Landrat Michael Makiolla überreicht. Damals schon wurde mehr Polizeipräsenz gefordert. Makiolla hatte damals versprochen, für mehr Polizei auf den Straßen zu sorgen.

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