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Christa Strauß schreibt über Leid und Ungerechtigkeit

Schriftstellerin

Die Cappenberger Schriftstellerin Christa Strauß feiert in diesem Jahr einen runden Geburtstag, ihren 70. Wenn die Cappenbergerin von menschlichem Leid und Ungerechtigkeit erfährt, fährt sie aus der Haut wie vor 50 Jahren.

CAPPENBERG

von Von Matthias Münch

, 17.08.2010
Christa Strauß schreibt über Leid und Ungerechtigkeit

Christa Strauß mit ihren Erinnerungen "Abgelegte Kleider" und ihrem ersten Roman "Labyrinth einer Ehe" .

So war es auch, als immer mehr Fälle von Kindesmissbrauch innerhalb und außerhalb der katholischen Kirche publik wurden. Beim Lesen eines solchen Berichtes in unserer Zeitung, sagt sie, „stieg in mir die gleiche hilflose Wut hoch, die ich 1957 empfand, während ich als 16-jähriges Mädchen im Zuge meiner Ausbildung zur Kinderpflegerin ein vierwöchiges Säuglingspflegepraktikum in einem Kinderheim absolvierte.“  

1995 veröffentlichte Christa Strauß ihre gekürzten Erfahrungen in ihrem Buch „Abgelegte Kleider“. Dabei handelt es sich nicht nur um die grausame Behandlung von Heimkindern, sondern auch um das Los lediger Mütter, wenn sie in der Familie keine Hilfe bekamen.   Christa Strauß wurde 1940 in Bergkamen-Heil geboren und verbrachte dort ihre ersten Lebensjahre. 1952 zog die Familie nach Cappenberg. Nach dem Abschluss der Volksschule erlernte sie den Beruf der Kinderpflegerin, in dem sie bis zu ihrer Heirat im Jahr 1963 arbeitete. 1971 zog sie nach Niedersachsen. Nach dem Tod ihres Mannes kam die dreifache Mutter zurück in ihr Elternhaus in Cappenberg. Dort lebt die mittlerweile mehrfache Oma und Uroma bis heute. „Gedichte habe ich schon immer geschrieben“, sagt Christa Strauß. Doch vor rund 20 Jahren packte sie die Schriftstellerei vollends. Sie veröffentliche Lyrik und Prosatexte in einer Reihe von Anthologien, also in Textsammlungen mehrerer Autoren. Sie schloss sich zwei Literaturkreisen in Lünen an. Mit der Literaturgruppe Wendepunkt, einer Arbeitsgemeinschaft schreibender Frauen, veröffentlichte sie nicht nur einige ihre Werke, sondern führte auch Lesungen vor interessierten Gruppen oder in Schulen durch. 

  Ihr bisher größtes Werk, die Erzählung „Labyrinth einer Ehe“, erschien 1998. Es ist ein Schlüsselroman und handelt von einer Frau, die zum Gehorsam erzogen wurde und das Bravsein auch in ihrer Ehe lebt. Doch dann bekommt sie einen Denkanstoß von außen und geht fortan ihren eigenen Weg. „Einen zweiten Roman habe ich fertig in der Schublade liegen“, sagt die Autorin. Sie trägt sich mit dem Gedanken, auch den bald zu veröffentlichen. 

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