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Demirci-Söhne besuchen endlich Nordkirchener Schule

SELM Von Selm nach Herten sind es gute 35 Kilometer, von Selm nach Nordkirchen nur knapp sieben. Die Differenz erscheint auf den ersten Blick gar nicht einmal so groß, für die Demircis bedeutet sie aber unglaublich viel. Nach monatelangem Ringen, dürfen die beiden Demirci-Söhne Emre und Ümmit nun die Maximilian-Kolbe-Schule in Nordkirchen besuchen

von Von Daniel Maiß

, 15.08.2008
Demirci-Söhne besuchen endlich Nordkirchener Schule

Viel mehr Zeit, um mit den Eltern im Garten zu spielen, haben jetzt Ümmit (l.) und Emre (r.) Demirci. Das freut auch Papa Yusuf.

Der sechsjährige Emre wurde am Dienstag, 12. August,  eingeschult, sein großer Bruder Ümmit (11) ist jetzt zur „Maxi-Schule“ gewechselt.

Bisher musste der ältere Demirci-Sohn jeden Morgen mit dem Bus zu einer Schule in Herten gefahren werden. Die gut einstündige Fahrt wollten Yusuf und Meral Demirci dem kleinen Emre ersparen.   „Wir hatten schon bei Ümmit mehrfach versucht, ihn nach Nordkirchen schicken zu dürfen. Immer wieder wurde uns aber gesagt, dass das nicht geht, weil wir im Kreis Unna wohnen“, erinnert sich Yusuf Demirci. Und die Gesetzeslage sah bis dahin vor, dass behinderte Kinder aus dem Kreis Unna, die Schule in Herten besuchen müssen.

  Die Situation schien aussichtslos. Erst als sich der behindertenpolitische Sprecher der CDU-Bundestagsfraktion, Hubert Hüppe, einschaltete und die RN-Redaktion in Selm mit ins Boot nahm, kam Bewegung in die Sache. Dennoch war Yusuf Demirci anfangs sehr skeptisch: „In Deutschland sind Gesetze doch normalerweise in Stein gemeißelt, da haben wir uns keine großen Hoffnungen gemacht.“   Auch als die ersten positiven Nachrichten kamen, hielt sich Demircis Optimismus in Grenzen. „So richtig geglaubt habe ich es erst, als ich es schwarz auf weiß vor mir hatte“, gibt der 35-Jährige zu. Umso glücklicher war die ganze Familie, als es endlich klappte. Jetzt kann das Ehepaar Demirci ihre beiden Söhne nachmittags viel früher in die Arme schließen. Und auch morgens werden die beiden Jungs erst eine gute Stunde später abgeholt. „Lange still sitzen mögen beide nicht, jetzt können sie hier herumtoben, beide sind oft im Garten und spielen dort“, freut sich der Selmer über die neue Lebensqualität seiner beiden Sprösslinge.

  Auch für andere Schüler hat sich der lange Kampf gelohnt. Neben Ümmit und Emre besuchen nun weitere behinderte Kinder aus Selm die Nordkirchener Schule. Die erste Schul-Woche ist nun vorbei, die Brüder fühlen sich in Nordkirchen pudelwohl. Und das zaubert ein zufriedenes Lächeln auf  Yusuf Demircis Gesicht: „Wir sind allen Beteiligten so dankbar, dass das geklappt hat. Es ist einfach toll“. 

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