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Ein Selmer bangt um den Friedhof als Kulturstätte

24 Bestattungsarten

Auf dem Friedhof in Selm gibt es mittlerweile 24 unterschiedliche Bestattungsarten. Von der Gruft bis zum anonymen Urnengrab, dem Baumgrab oder halbanonymen Bestattungsformen ist viel möglich. Bernd Nottbeck, ehemaliger Friedhofsgärtner, hat Angst, dass der Friedhof als Kulturstätte ausstirbt. Wir haben mit ihm gesprochen.

SELM

, 22.11.2014
Ein Selmer bangt um den Friedhof als Kulturstätte

Auf dem Friedhof in Selm sind viele unterschiedliche Bestattungsarten möglich. Bernd Nottbeck, ehemaliger Friedhofsgärtner, hat Angst, dass der Friedhof als Kulturstätte ausstirbt. "Hier geht es nicht allein um Entsorgung", sagt er.

Viel hat sich in den vergangenen Jahren in der Trauer- und Friedhofskultur geändert, sagt Bernd Nottbeck. Nottbeck war bis November des vergangenen Jahres Friedhofsgärtner der Stadt Selm. Wenn es um Friedhöfe geht, ist er ein "Insider", sagt er lächelnd. Ein bisschen Wehmut klingt mit, zum Beispiel wenn Nottbeck erzählt, dass in Selm immer mehr Angehörige für die Verstorbenen ein Rasengrab mit Grabplatte wählen, dass Grüfte oder Wahlgräber immer seltener gewählt werden. "Hier steht sehr viel leer", sagt er und deutet auf eine Reihe, in der drei Gräber ohne Grabstein und Bepflanzung zu sehen sind.

Häufig, so berichtet er aus seiner Erfahrung, sei das Thema Grabpflege ausschlaggebend. "Oft hört man ja von den älteren Menschen, dass sie ihren Kindern das nicht zumuten möchten", so Nottbeck. Ein Argument, mit dem er sich nicht so richtig anfreunden kann. Es gebe ja schließlich Friedhofsgärtner oder pflegeleichte Lösungen. Und: "Die Eltern haben für die Kinder ja auch jahrelang alles gegeben." Der Friedhof als Kulturstätte - er darf nach dem Willen von Bernd Nottbeck nicht aussterben. Die Flächen, auf denen sich in Selm die Rasengräber mit Platte befinden, sehen im Moment recht bunt aus. In den Wintermonaten, ab Allerheiligen, ist es erlaubt, hier Kränze niederzulegen oder Kerzen aufzustellen. Sonst ist das nicht möglich, weil der Rasen ja gemäht werden muss. Gerade, dass aktuell aber so viele Gestecke an den Platten stehen, so viele Kerzen für die Verstorbenen brennen, sieht Bernd Nottbeck als Argument, dass Friedhof eben doch auch wichtig ist. Als Ort, zu dem man kommen kann, als Anlaufstelle für Trauernde, als Begegnungs- und Austausch-Ort. "Hier geht es nicht allein um Entsorgung", sagt Bernd Nottbeck.

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