Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Ein Stolperstein erinnert an Margarete Höwische

Von Nazis verhaftet

Gunter Demnig hat am Montag einen Stolperstein vor das frühere Wohnhaus von Margarete Höwische auf der Sagkuhl eingeklopft. Auf Initiative von Karl Domgörgen erinnert der leuchtende Stein an seine Tante Margarete und ihre Geschichte, lässt den Fußgänger aufmerken, stolpern über ihren eingeritzten Namen.

SELM

von Von Marie Rademacher

, 05.06.2012

Auf der Sagkuhl 10 in Selm steht ein kleines Eckhaus mit einer niedrigen Tür, mit kleinen Fenstern und Holzbalken, von denen die Farbe abbröckelt. Ein Blick auf dieses Haus verrät sein Alter, verrät, dass es schon viele Zeiten gesehen hat, dass es ein Ort der Geschichte ist.

Nicht immer aber schreibt das Leben schöne Geschichten. Karl Domgörgen kann sich an das Innere des mittlerweile nicht mehr bewohnten Hauses noch lebhaft erinnern. Als Kind kam er in den 1930er und 40er Jahren oft hierher, um seine Tante zu besuchen.Besuche wie diese fanden 1942 aber ein jähes, ein erschreckendes Ende. Seine Tante Margarete Höwische, geb. Domgörgen, wurde im November verhaftet und nach dem so genannten „Heimtückegesetz“ der Nationalsozialisten wegen ihrer politischen Einstellung verurteilt. Ein Jahr verbrachte sie im Gefängnis in Benninghausen. Nach ihrer Freilassung starb sie an den Folgen der Haftbedingungen.

Geschichten wie diese sollten nicht in der Vergessenheit versinken, findet der Künstler Gunter Demnig. Mit seinen Stolpersteinen hat er sich europaweit einen Namen gemacht. 753 Steine aus Messing hat er seit 1993 schon in das graue Bodenpflaster von zehn europäischen Ländern geklopft. Auf diesen Steinen findet sich jeweils eine Aufschrift, die an den Namen, an die Lebenszeit und an das Unrecht erinnert, das den Leuten geschah, die zu der Zeit des Nationalsozialismus an den nun durch Stolpersteine markierten Stellen wohnten. In Selm und Bork verlegte Gunter Demnig in den vergangenen Jahren schon zehn solcher Stolpersteine. Am Montag kam nun noch ein elfter hinzu. „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, so der Künstler zum Sinn seines Erinnerungs-Projekts Stolpersteine.  

Finanzierung durch Patenschaft

Die Stolpersteine werden über Patenschaften finanziert. Für den Stein seiner Tante hat beispielsweise Karl Domgörgen die Patenschaft übernommen. Interessenten für eine solche Patenschaft können entweder mit der Stadt Selm, oder aber mit dem Künstler Gunter Demnig selbst Kontakt aufnehmen.

Lesen Sie jetzt