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Fledermaussuche bremst Abbruch nicht

Lutherschule

Bei der Fledermaussuche ausgebremst hat die UKBS Wissenschaftler Dr. Götz Loos. Aus Sicherheitsgründen durfte er die Lutherschule nicht betreten. Er stellte dennoch etwas fest.

Selm

, 15.08.2018
Fledermaussuche bremst Abbruch nicht

Dr. Götz Loos vorm Tor der Lutherschule. Es blieb für den Wissenschafter verschlossen.

Der Fledermausexperte blickt etwas ratlos. „Ohne das Grundstück betreten zu dürfen, kann ich nicht beurteilen, ob es hier tatsächlich Fledermäuse gibt“, sagt Dr. Götz Loos. Eine Hand hat er an das Metalltor zum Hof der einstigen Lutherschule gelegt. Es ist verschlossen wie auch alle anderen Zugänge zu dem mehr als 100 Jahre alten Gebäude, das dem Abbruch geweiht ist – auch wenn noch kein Gutachten über mögliche tierische Bewohner vorliegt.

Erstgutachten noch in Arbeit

„Nein, das ist noch nicht fertig“, bestätigt Max Rolke, Sprecher des Kreises Unna. Aber erste Erkenntnisse gebe es. Der beauftragte Gutachter habe sich in dem Gebäude, das sich seit 2014 im Eigentum der kreiseigenen Wohnungsbaugenossenschaft UKBS befindet, genau umgeschaut: „Vor allem im Keller und unterm Dach. Aber er hat keine Spuren von den Tieren gefunden.“ Dass der Abbruch begonnen habe – am Mittwoch haben Mitarbeiter des Abbruchunternehmens die Dachfenster herausgehauen – , sei dabei kein Problem, so Rolke.

Keine Gelegenheit für Gegengutachten

Dr. Götz Loos, Landschaftsökologe und Diplomgeograf an der Technischen Universität Dortmund, sieht das anders. „Wenn die Abbrucharbeiten beginnen, ohne dass das Gutachten fertig ist, besteht natürlich gar keine Gelegenheit mehr, ein Gegengutachten zu erstellen.“

Aus Sicherheitsgründen, wie die UKBS mitteilen ließ, dürfen keine Unbefugten – dazu gehören die Initiatoren des Bürgerbegehrens gegen den Abbruch und der von ihnen zurate gerufene Loos – die Baustelle betreten. „Die Nachbarn beobachten hier regelmäßig Fledermäuse“, so Loos. Der Verdacht, dass sie in dem einstigen Schulgebäude lebten, sei „zumindest nicht weit weggeholt“.

Fledermaussuche bremst Abbruch nicht

Vier mehr als 100 Jahre alte Linden sollen im Winter gefällt werden, wie der UKBS-Geschäftsführer Matthias Fischer den Anwohnern am Dienstagabend mitgeteilt hat. © Foto: Sylvia vom Hofe

Der Wissenschaftler muss am Mittwoch tatenlos heimfahren – aber nicht, ohne auf die vier „großartigen, mehr als 100 Jahre alten Linden“ hinzuweisen: drei auf dem Schulhof, eine daneben. „Keinerlei Trockenheitsschäden“, sagt er. „Gerade in einem solchen Sommer wie diesem zeigt sich, wie wichtig solch innerstädtisches Grün für das Klima ist.“

Anwohner: Linden sollen fallen

Loos weiß nicht, dass die Anwohner der Schule einen Abend zuvor in einer nichtöffentlichen Informationsrunde im Amtshaus erfahren hatten, dass die Bäume gefällt werden müssen, wie eine Nachbarin berichtet. Die Bäume müssten Platz machen für die 30 neuen Wohnungen, die die UKBS auf dem Gelände plant – in einem Neubau und nicht, wie ursprünglich geplant, in der sanierten Schule. Beginnen würden die Bauarbeiten aber erst lange noch dem Abriss, hieß es: Anfang 2019.

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