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Flut 1965: Feuerwehr war sieben Tage im Einsatz

Rückblick zum Jubiläum

SELM Die „Satzung der freiwilligen Feuerwehr zu Selm“ wurde am 15. November 1910 vom Landrat genehmigt. Der Löschzug wird also 100 Jahre alt. Über die Geschichte der Selmer Feuerwehr berichten wir an Hand der Jubiläums-Chronik in einer Serie.

10.08.2010

Im Jahr 1960 wurde das lang ersehnte neue Gerätehaus „Auf der Geist“ gebaut. Die kirchliche Einsegnung durch Bischof Westermann fand am 10. September 1960 statt.  

Auch ein neuer Wagen fand den Weg zur Selmer Feuerwehr. Ein LF 8 auf Opel Blitz wird beschafft. 1962 ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Selmer Feuerwehr. Die stille Alarmierung per Telefon wurde in diesem Jahr wird eingeführt. Mit Bernhard Forsthövelgab es zudem 1965 einen neuen Löschzugführer. In diesem Jahr wurde Selm auch von einer Hochwasserkatastrophe heimgesucht, bei der die Feuerwehr sieben Tage und drei Nächte lang im Einsatz war. Nach starken Regenfällen von Freitag, 16. Juli, gegen 19 Uhr bis zum Samstag, 17. Juli, gegen 3 Uhr waren Selm, Bork, Olfen und Südkirchen überflutet. Insgesamt waren 2100 Menschen in 700 Familien und 400 Häusern bedroht, 110 Häuser waren vom Wasser umschlossen. Große Teile der Gemeinde waren 24 Stunden ohne elektrischen Strom. Zur Unterstützung kamen die Feuerwehren aus Bork, Seppenrade, Lüdinghausen sowie die Berufsfeuerwehren aus Gelsenkirchen und Münster, die Notstandszüge mit Schlauchbooten schickten. In Selm mussten 77 Personen evakuiert werden, hierbei mussten die Helfer, teilweise bis zur Brust durch das Wasser watend, 42 Kinder, schwangere Frauen, Alte und Kranke aus den Häusern retten. Die Kinder wurden bei nicht bedrohten Verwandten in Nachbarorten untergebracht.  

Es gab kaum eine Firma in Selm, bei der nicht Fahrzeuge, Maschinen oder Lagerbestände ertranken. Die Landwirte brachten ihr Vieh mühsam in Sicherheit, teilweise wurden Schweine mit Seilen über Leitern auf Dachböden gehievt. Das Deutsche Rote Kreuz setzte drei Feldküchen zur Versorgung der Bevölkerung ein. In Bork konnten Bundeswehr und Feuerwehr eine Explosionsgefahr bei der Fa. Bartling beseitigen. 1966 erhält der Löschzug ein neues Fahrzeug, das später zur Feuerwehr Nurn, Kreis Kronach in Franken, ging. Der Fuhrpark  im Jahr 1968: ein Tanklöschfahrzeug TLF 16, ein Löschfahrzeug LF 8-TS, ein Löschfahrzeug LF 8 - TSA, ein Tragkraftspritzenanhänger TSA, und einen Unimog, der Bundeseigentum, war.

Am 6. Juli 1969 kam es zu einem Großbrand in der Mühle Haverbeck an der Lüdinghausener Straße. Zusammen mit den Nachbarwehren aus Lüdinghausen, Nordkirchen und Olfen und insgesamt 100 Kameraden wurde der Brand bekämpft. In der Brandnacht war die zentrale Wasserversorgung aufgrund von Arbeiten abgeschaltet, sodass eine Schlauchleitung zur ca. 300 Meter entfernten Funne gelegt werden musste. Später kamen die Kameraden aus Lünen mit einem Leiterwagen zur Unterstützung. Die Wehr war tagelang im Einsatz und stellte Nachts eine Brandwache. In diesem Jahr wurde zudem Josef Schwager wird Löschzugführer. Dies blieb er bis zum Jahr 1984. 

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