Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Geocaching: Zwei "Cacher" auf moderner Schnitzeljad

SELM Was gehörte früher zu fast jedem Kinder-Geburtstag? Richtig – eine zünftige Schnitzeljagd. Im Zeitalter von Internet, Flachbildschirmen und Playstation gibt es eine moderne Variante: Das Geocaching. Wir haben zwei „Cacher“ bei ihrer Suche in Selm begleitet.

von Von Daniel Maiß

, 15.08.2008

Nadine Dietrich und Dennis Willkomm sind bereit, das Navi mit integriertem GPS ist aufgeladen. Die Anfangskoordinaten haben sich die beiden „Geocacher“ aus dem Internet heraus gesucht.

Ich bin gespannt. Dennis tippt die Koordinaten ein. Sekunden später haben wir unser erstes Ziel: den Ternscher See. Dort gilt es, ein Rätsel zu lösen. Wir haben uns nämlich einen „Multi-Cache“ ausgesucht. Das ist eine besondere Form der „Jagd“. An einzelnen Stationen müssen dabei Aufgaben gelöst werden, die zu neuen Koordinaten führen. Hat man alles richtig gemacht, wird man schließlich zum „Cache“ geführt, im Normalfall eine an einem markanten Punkt versteckte Dose mit Inhalt. Mit der Aussicht auf diesen „Schatz“ fahren wir zum See. Dort angekommen, müssen wir ein Schild mit Verboten suchen. Die Piktogramme haben wir schnell gefunden, zwei sind es. Die Zahl fügen wir in eine Rechnung ein, die die neuen Koordinaten ergibt. Ich rechne lieber nicht, das übernimmt netterweise Dennis.

Als Software-Entwickler ist das schließlich sein Gebiet. „Die Männer rechnen immer, wir Frauen rätseln lieber“, klärt Nadine die Aufgabenverteilung auf. Das Navi spuckt das neue Ziel aus: Es geht zum Kanal. An der Schlieker Brücke müssen wir eine dreistellige Zahl suchen. Die finden wir auch. Aus ein paar Metern Entfernung beobachtet uns neugierig eine Gruppe Angler. Die fragen sich wahrscheinlich, was wir hier machen. „Das sind Muggels“, flüstert Nadine. Die kannte ich bisher nur aus den Harry-Potter-Büchern. Nicht-Zauberer werden dort so genannt, Nicht-Geocacher also auch. Wir verraten nichts, sind ja auf geheimer Mission unterwegs. Dennis hat in der Zwischenzeit wieder sein Computer-Gehirn benutzt. Die nächsten Koordinaten stehen fest, es geht zur Stever. Dort finden wir zwei Schilder, müssen wieder Zahlen zusammenzählen. Und Dennis rechnet. Erst im Kopf, dann – zum ersten Mal – mit dem Taschenrechner. Das Rätsel ist gelöst, nächste Station: Haus Sandfort.

Die Zahl der Brücken-Bögen bringt uns dem Ziel näher, die letzten Koordinaten stehen fest. Nicht weit entfernt, geht es in den Wald. Dort soll sich der Cache befinden. Versteckt. In einem Baumstumpf. In einem Wald. Es wird kompliziert. Denn jetzt stößt auch unser Navi an seine Grenzen.   „Das kann die Position nur dann neu berechnen, wenn wir uns mindestens mit einer Geschwindigkeit von 5 km/h bewegen“, erklärt Dennis. Na dann. Trotz fliegender Füße bleibt die Position schwammig. Wir untersuchen einen Baumstumpf nach dem anderen. Nichts. „Das ist blöd, jetzt sind wir schon so nah dran“. Nadine ist enttäuscht. Ich auch ein wenig. Aber weiter in den Wald kommen wir nicht, dichtes Gestrüpp versperrt den Weg. „Da müssen wir es im Winter nochmal versuchen“, gibt Nadine schließlich das Zeichen zum Aufbruch. Schade eigentlich, aber Spaß hat die Schatzsuche trotzdem gemacht. 

Lesen Sie jetzt