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Heinz Cymontkowski stellt in Münster aus

SELM Ohne fließend Wasser und Strom ist das Atelier des Selmer Künstlers Heinz Cymontkowski in Worpswede. Die Urwüchsigkeit ermöglicht dem 54-Jährigen einen „Freiraum für die Gedanken, für meine Welt, ohne Gesetze und Vorschriften“. Diese Philosophie vermitteln die 25 Werke in Öl und Tusche, die jetzt die Kulturstiftung der Westfälischen Provinzial in Münster zeigt.

von Von Peter Sauer

, 27.08.2008

Unter dem Titel „Tag auf Tag“ entwickelt sich die Vielfalt der Motive. Zeitgeschichtliche („Cappenberger Chorgestühl“) und mystische Bilder stehen neben Arbeiten, die Naturfragmente zeigen.

Ein Großformat voller Efeublätter lädt förmlich dazu ein, sich in das Bild hineinfallen zu lassen – wohlwissend, dass man weich landet. Voller Plastizität und Farbentiefe sind die grün-blauen Wellen und Wasserkreise, die ein bootsfahrendes Mädchen in den Anden mit seinem Paddel auslöst. Melancholisch ziehen grauweiße Wolken durch eine pechschwarze Nacht. Auch mit Stillleben kennt sich Heinz Cymontkowski aus. Eine schlichte Wasser-Karaffe brachte er in Anlehnung an alte Meister mit großer Detailfreude und raffinierter Licht- und Schattentechnik auf die Leinwand. Seine Werke strahlen eine innere Ruhe aus und stellen der Schnelllebigkeit sanfte Kontrapunkte entgegen. Vor allem seine ausschnitthaften Zeichnungen, mit schnellem Strich gemachte Skizzen, fangen mit nur wenigen Linien und Umrissen eine ganz besondere Stimmung ein.

  Die Finger eines Pianisten auf den Tasten haben so viel Schwung, dass man flotte Barmusik zu hören glaubt. Man spürt in diesen Bildern ein Gefühl der Leichtigkeit. Cymontkowski lässt sich stilistisch nicht verorten und findet eine ganz eigene Handschrift, die in einem durchgestylten Atelier mit Strom und Wasser womöglich nie entstanden wäre.

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