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Hospizgruppe: "Bei uns wird auch viel gelacht"

Initiative in Selm und Olfen

„Gestorben wird immer. Darüber gesprochen zu wenig“. Diese Worte waren auf einem von drei Schildern im Bürgerhaus Selm zu lesen. Anlässlich des heutigen Welthospiztages informierte die Hospizgruppe Selm-Olfen am Vortag die Besuchern und versuchte, ihnen die Scheu vor der Thematik zu nehmen.

SELM/OLFEN

08.10.2016
Hospizgruppe: "Bei uns wird auch viel gelacht"

Bianca Krumminga, Karin Goebel, Brigitta Baumeister und Theo Goebel von der Hospizgruppe Selm-Olfen standen am Freitag Vormittag den Besuchern des Bürgerhauses mit Rat und Tat zur Seite.

„Was die wenigstens erwarten, bei uns wird auch viel und laut gelacht. Im Prozess des Sterbens gibt es genauso komische Situationen wie im Leben“, weiß Brigitte Baumeister. Sie selbst engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich in der Selm-Olfener Hospizgruppe. „Seitdem gehe ich ganz anders mit der eigenen Endlichkeit um." Doch noch immer sind die Reaktionen der Menschen gehemmt, für viele ist und bleibt der Tod ein Tabuthema.

„Ich wusste gar nicht, dass Welthospiztag ist", gibt Besucher Otto Gerdinghaus am Freitagmorgen bei der Info-Aktion im Selmer Bürgerhaus zu. Und er ist nicht der Einzige. „Man wird zwar informiert, aber die meisten Menschen nehmen es nicht an“, sagt Besucherin Ulla Theil. Dabei gibt es zahlreiche Möglichkeiten sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Die Hospizgruppe bietet halbjährige Befähigungskurse an, in denen die Kommunikation mit Betroffenen sowie Erfahrungen mit dem Tod eine tragende Rolle spielen. „Am Ende kann jeder für sich selbst entscheiden, weiter in dieser Richtung tätig zu sein oder den Kurs lediglich als Erfahrung für sich selbst zu sehen“, so Karin Goebel, 2. Vorsitzende der Hospizgruppe.

Ängste vor dem Tod verlieren

Eine die schon viel Erfahrung in dem Bereich gesammelt hat, ist Hilegard Schattenberg. „Ich habe zehn Jahre lang ehrenamtlich ambulant im Altenheim mit sterbenden Menschen zu tun gehabt. Es kann in so einem Moment ein solcher Friede herrschen, wie es sich nur wenige vorstellen können“, erinnerte sie sich. Aus dieser Erfahrung heraus hat Hildegard Schattenberger die eigenen Ängste mit dem Thema Tod längst verloren.

Die Hospizgruppe Selm-Olfen steht aber längst nicht nur sterbenden Menschen zur Seite. Genauso viel Unterstützung und Halt benötigen häufig auch die Angehörigen, die nur schwer mit der Situation umgehen können. "Wir sind in dem Moment unbeteiligt und wissen, was zu tun ist. Die Menschen sind viel ruhiger, wenn sie wissen, dass sie nicht allein sind", so Karin Goebel.

Rund 25 ehrenamtliche Mitarbeiter zählt die Hospizgruppe. Eine von ihnen ist Anita Schlüter. Sie ist hauptberuflich Bäuerin und hat damit einen ausgefüllten Tag. Trotzdem lässt sie es sich nicht nehmen ihre Freizeit dem Ehrenamt zu widmen, "Ich war selbst krank und habe währenddessen so viel Gutes erfahren, dass ich jetzt etwas zurückgeben möchte."

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