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Jubiläum Ludgerikirche: Am 9. Juli 1908 geweiht

SELM Der allgemeine Aufschwung des Bergbaus zu Beginn des 20. Jahrhunderts führte zu einem großen Zustrom von ostdeutschen und polnischen Bergarbeitern nach Selm, was zur Folge hatte, dass sich um 1900 die gotische Friedenskirche in Selm-Dorf als zu klein erwies.

06.08.2008

Als Ausweg blieb nur ein völliger Kirchenneubau. Im August 1902 erließ Bischof Hermann Dingelstedt von Münster im Kirchlichen Amtsblatt der Diözese einen Kollektenaufruf zugunsten des Neubauvorhabens. 

In dem Aufruf hieß es : "In Selm ... ist der Bau einer neuen Pfarrkirche zum dringenden Bedürfnisse geworden. Die alte Kirche befindet sich in einem traurigen Zustand, welcher des hehren Zweckes, dem sie dienen soll, durchaus unwürdig erscheint. Dazu kommt der andere sehr beklagenswerte Übelstand, dass der vorhandene Raum viel zu klein und zu enge ist, um die wachsende Zahl der Gläubigen ... auch nur notdürftig fassen zu können. Die Pfarrkinder von Selm sind zu den größten Opfern bereit, um in den Besitz eines ausreichend geräumigen und würdigen Gotteshauses zu gelangen."

Nach kurzer Bauzeit wurde die Kirche am 9. Juli 1908 durch Bischof Dingelstedt geweiht und bekam das Patrozinium des hl. Ludger, da auf diese Weise der historische Zusammenhang zwischen Ludgers Klostergründung Essen-Werden und dem Werdener Oberhof Selm deutlich wurde. Hoch aufragender schlanker Turm Gleichzeitig mit der Weihe der neuen Kirche wurde die Friedenskirche als Pfarrort aufgegeben. Das für das Äußere der neuen Selmer Kirche Prägende ist in der Westansicht der hoch aufragende schlanke und schiefergedeckte Turm, der von zwei wesentlich niedrigeren Treppentürmen flankiert wird.

Dort vor der Sakristei und ihr gegenüber befinden sich die Eingänge zur Kirche. Das Kirchenschiff ist vergleichsweise klein, gewinnt aber mehr an Breite durch die niedrigeren, sich einfügenden Seitenschiffe. Das Querschiff bestimmt die nur etwas kleinere Raumbreite der im westlichsten Joch nach Norden und Süden angefügten seitenkapellenartigen Erweiterungen. An den südöstlichen Querhausarm schließt sich die Sakristei an.

Schmuckfläche über dem Hauptportal

Abgesehen von der sorgfältig ausgeführten Steinbearbeitung der Kirche ist am Außenbau lediglich das Portaltympanon (Schmuckfläche über Portalen) der Hauptfassade künstlerisch hervorgehoben. Das Tympanon des Westportals stellt die Überführung des hl. Ludger dar: im oberen Zwickel der segnende Christus mit Weltkugel und Kreuz, flankiert von zwei Engeln. Darunter, durch ein Maßwerkband getrennt, der Zug der Benediktinermönche mit der Bahre des toten Ludger, den Diakone mit Sterbekerzen und Weihrauchfässern begleiten. Ein geharnischter Ritter ist auf sein Knie gesunken, stützt sich auf sein Schwert und verharrt ehrfürchtig.

Quelle: Stork, Hans-Walter: Selm St.Ludger, Friedenskirche St. Fabian und Sebastian, 1. Auflage, Lindenberg 1998.

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